Micky – Teil 1

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Diese Geschichte ist frei erfunden und enthält möglicherweise sexuelle Inhalte!

Vorwort

Dies hier ist eine Geschichte. Sie ist frei erfunden. Außerdem sollte sie nur von Kindern gelesen werden, die den achtzehnten Geburtstag bereits hinter sich haben.

Diese Geschichte handelt von Erwachsenen, die die Gestalt von Kindern haben, jedoch nach wie vor wie Erwachsene denken und fühlen.

Die geschilderten Szenen sind frei erfunden und sollten von niemandem nachgestellt werden.

Auch ist das kein Ratgeber zur Kindererziehung.

Sollte jemand trotzdem einige Szenen nachspielen, hat der Mensch darauf zu achten, das alle am Spiel beteiligten volljährig sind. Außerdem hat jeder Beteiligte das Recht, zu jeder Zeit aus dem Rollenspiel auszusteigen.

Vorgeschichte

Endlich saß ich im Auto. Nach einem langem Tag in der Firma konnte ich nun endlich meine Reise antreten, um einen lang gehegten Traum vollständig zu verwirklichen.

Seit vielen Jahren schon war ich Besitzer einer Firma. Am Anfang war es toll endlich selbst der Boss zu sein und sagen zu können, wie die Dinge gemacht werden und zu entscheiden, wie Probleme gelöst werden.

Doch mit der Zeit wurde es lästig. Jeder Mitarbeiter kam mit seinen Problemen zu mir. Scheinbar traute sich keiner selbst eine Entscheidung zu treffen. Sicher lag das auch an meinem Führungsstil. Am Anfang wollte ich alles wissen und glaubte, jede Entscheidung überprüfen zu müssen. Doch je mehr die Firma wuchs, um so mehr Entscheidungen waren zu treffen und dann war ein Arbeitstag plötzlich sehr lang.

Das war der Zeitpunkt, wo ich mich langsam auf eine einsame Insel wünschte. Doch je mehr ich darüber nach dachte, um so klarer wurde mir, dass dieser Traum nicht die Erfüllung war.

Ich wollte nicht nur meine Ruhe haben, ich wollte keine Entscheidungen mehr treffen müssen!

Im Urlaub, ob nun auf einer Insel oder nicht, müsste ich doch selbst für mich sorgen. Ich musste entscheiden, wann gehe ich in dieses oder jenes Restaurant. Ich musste selbst entscheiden, welches Gericht auf der Speisekarte wähle ich aus und was tue ich, wenn das Gericht nicht so schmeckt, wie ich es mir vorgestellt hatte. Hatte ich eine Ferienwohnung, konnte ich selbst kochen (und würzen), hatte dann aber natürlich alle Vor- und Nacharbeiten zu erledigen.

Dafür eine Lebensgefährtin zu haben wäre für Manchen sicherlich die Lösung gewesen. Doch die Vorstellung nicht nur für morgens bis abends, sondern auch von abends bis zum nächsten Morgen mit einem Menschen so eng zusammen zu sein erschreckte mich.

Nach meiner Scheidung hatte ich eine Reihe von Frauen kennengelernt. Zum Teil selbst geschieden, hing die jeweilige Frau wie eine Klette an mir und hat den Vorschlag der getrennten Schlafzimmer kategorisch abgelehnt.

Irgendwann war ich mit einer diesen Frauen auf Sylt. Nach einem Streit über zu viel Nähe, war ich geflüchtet und saß nun in einer Bar und schimpfte vor mich hin. Die Zeit, um dem Barkeeper meine Sorgen anzuvertrauen, war noch nicht gekommen; es war viel zu voll und das Personal hatte kaum Zeit den einzelnen Gast mit Getränken zu versorgen. Auf dem Barhocker neben saß ein Mann, der offenbar schon sehr angetrunken war. Anders ließ es sich kaum erklären, warum er mir solche Dinge auch noch so offen erzählte.

„Vier Wochen Urlaub hab ich meiner Frau abgetrotzt, aber ich war nicht vier Wochen auf Sylt und hab durchgefeiert. Nein, ich war auf einer Babyfarm.“

Durch meinen Kopf zogen verrückte Bilder von kleinen Kindern, die auf einer eingezäunten Wiese krabbelten und sich Gras in den Mund stopften.

Entsetzt dachte ich an meine eigenen Kinder.

„Was soll das denn sein?“

Der Mann lachte leise und sprach:

„Da werden keine Babys gezüchtet. Das ist ein Bauernhof für den sich die Landwirtschaft nicht mehr lohnt. Da gibt es keine Kinder, nur Erwachsene.“

Und er erzählte davon, wie er am ersten Tag in Windeln gesteckt wurde und praktisch jeden Tag nur mit Windeln, Strumpfhosen und Pullover durch das Haus watschelte, wie er für die Nacht noch dicker gewickelt wurde und im Strampelanzug mit Fläschchen und Brei gefüttert wurde. Er erzählte, wie er die Nacht im Gitterbett verbrachte mit einem großen Schnuller im Mund und mit dick gefütterten Handschuhen, damit er sich nicht ausziehen konnte.

Doch das Beste und vor allen Dingen erholsamste war, er musste keine Entscheidung treffen. Die Mama allein entschied über Kleidung, Art und Größe des Windelpakets, über das Essen und Zeiten. Wann wurde aufgestanden, wann wurde gegessen, nichts davon durfte er mitentscheiden. Andererseits: wenn der Brei partout nicht schmeckte, musste er ihn auch nicht essen und bekam etwas anderes zu essen für Babys. Wenn er zwischendurch Durst hatte, bekam er auch etwas zu trinken.

Wenn er aber nicht gehorchte, wurde die Mama auch streng und verpasste ihm auch für tagsüber dicke Handschuhe, die seine Hände unbrauchbar machten. Wenn er zuviel redete oder schlimme Worte gebrauchte oder den Schnuller einfach ausspuckte, wurde der Schnuller mit einem Band um dem Kopf befestigt. Auch dann verschwanden die Hände in dicken Handschuhen.

Und wenn er Mama wirklich böse gemacht hatte, verbrachte er ganze Tage im Gitterbett, dick und breit gewickelt, dick eingepackt und mit Gurten ans Bett gefesselt. Vom besonders großen Schnuller im Mund gar nicht zu reden. (wie denn auch)

 Offenbar machte er in den drei Wochen diese Mama sehr oft böse.

Der Mann zog umständlich sein Portemonnaie hervor und bezahlte seine Zeche. Während der Barkeeper das Wechselgeld holte, zog der Mann eine Visitenkarte hervor und drückte sie mir in die Hand. Dann nahm er das Wechselgeld und ging.

Perplex starrte ich auf die Karte. Das war nicht die Adresse des Mannes, das waren Kontaktdaten von Mama Melanie!  Das war die Frau, die die Babyfarm betrieb.

Ich blieb noch ein Weilchen in der Bar, dann ging ich zurück ins Hotel. Am nächsten Morgen fuhren wir heim.

Wochen später nahm ich die Karte wieder in die Hand und stellte fest: Es gab einen Vornamen, eine Telefonnummer und eine Homepage, eine Internetadresse. Es gab aber keinen Nachnamen, keine Straße, keine Hausnummer.

Als ich im Netz die Seite aufrief, sah ich, dass das Haus bei einem Städtchen in Norddeutschland lag.

All das ging mir durch den Kopf, als ich nun über die Autobahn fuhr. Doch der Leser mag mir verzeihen, ich war heute nicht auf dem Weg zu Mama Melanie.

Ich hatte sie kennengelernt, war mehrfach wochenlang dort gewesen und hatte viel Zeit als glückliches und auch als böses Baby verbracht.

Die Geborgenheit, die Mama Melanie gab, auch wenn man gefesselt und allein im Bettchen lag, war unbeschreiblich.

Aber mit der Zeit stieß mir eine Sache immer mehr auf. Mama steckte mich in Windeln, zog mir Bodys und Strumpfhosen an. Sie war lieb, und sie war streng und konsequent, bestrafte mich mit Handschuhen, großem Schnuller und Spreizapparat, mit dem ich nicht laufen konnte und krabbeln musste.

Doch äußerlich blieb ich der große Mann und auch wenn Mama Melanie fast so groß war wie ich, konnte sie mich nicht auf den Arm nehmen und durch die Wohnung tragen. Wenn ich mich im Spiegel sah, oder auf Fotos, die wir manchmal mit der Polaroidkamera machten, dann fand ich meinen Anblick zunehmend lächerlich.

Auch blieben wir mit unserem Rollenspiel auf  das Haus beschränkt. Wir wollten ja so nicht auf die Straße oder gar in die Öffentlichkeit. Wir alle hatten ja einen Ruf zu wahren und wollten auch nicht als Verrückte abgestempelt werden.

Im Alltag sah ich immer wieder kleine Kinder mit ihren Eltern, im Supermarkt, im Straßenverkehr, Kinder angeschnallt im Kindersitz im Auto der Eltern.

Bei solchen Gelegenheiten wurde ich immer neidisch. Ich neidete den Kindern, dass sie all das, was kleine Kinder eben tun und all das was kleine Kinder eben an Kleidung trugen, dass sie das alles auch in der Öffentlichkeit tun konnten und dass das die meisten Menschen auch akzeptierten und tolerierten.

Doch da war ja nun mal nichts zu machen und ich war nun einmal einen Meter neunzig groß und würde in diesem Leben nie mehr in einen Babystrampler hineinpassen. Meine Babyzeit war vorbei, daran konnte niemand etwas ändern. Trotzdem fuhr ich hin und wieder zu Mama Melanie und ließ mich für einige Tage in diese Rolle hineinfallen.

Die Begegnung in der Bar auf Sylt war nun schon eine Weile her. Mit der Zeit hatte ich nicht nur Mama Melanie kennen gelernt. Mit Herrin Dorlene lernte ich eine Menge über Bondage und weiteres über Rollenspiele und auch über die Absprachen, die vorher getroffen werden mussten.

Doch mein Wunsch als Baby unter Leute zu gehen und auch von fremden Menschen als Baby behandelt und akzeptiert zu werden, blieb verständlicherweise unerfüllt.

Dann bekam ich einen Zettel mit einer Internetadresse. Beim Umziehen bei Mama Melanie steckte er in der Hosentasche.

Als ich dann zuhause war und die Internetseite aufrief, erzählte Mama Bärbel von ihrem Haus, zeigte Bilder von Kinderzimmern, die herzallerliebst eingerichtet waren und jeder Frau, ob schwanger oder nicht, Verzückungsschreie entlockt hätten.

Auf einen Bild saß ein kleines Kind im Kleidchen auf dem Schoß einer kräftigen Frau und wurde gerade mit Brei gefüttert. Das Bild war ungewöhnlich, denn während das Kind gut zu erkennen war, war der Kopf der Frau abgeschnitten. Auch der Satz: „Wir machen dich ganz und gar zum Baby und nehmen dich mit zum Einkaufen oder zum Spielplatz im Park.“ irritierte mich. Das schien ein unerfüllbares Versprechen zu sein.

Ansonsten war die Seite ähnlich, wie fast alle Seiten der Mamas, die im Internet ihre Dienstleistungen anboten. Ich hatte im Netz einige Seiten gefunden und auch mit einigen gemailt, doch ich blieb immer bei Mama Melanie.

Aber ich war neugierig geworden und schrieb Mama Bärbel eine Mail. Ich beschränkte mich zwar auf eine Seite, beschrieb aber recht ausführlich meine Wünsche und meine bisherigen Erlebnisse.

Nach einigen Stunden kam endlich eine Antwort.

„Mein lieber Micky,

es ist schön, dass Du Dich endlich meldest. Eines meiner Kinder hat mir viel von Dir erzählt und ich denke, ich bin sehr wohl in der Lage, Dir auch den größten Deiner Wünsche zu erfüllen. In Deiner Mail hast Du ja viel von Dir erzählt und das deckt sich auch mit den Erzählungen meines Kindes.

Andererseits, mein lieber Micky, muss ich doch mit Dir schimpfen. Emails und das Internet allgemein sind nicht so sicher, wie wir das gerne hätten. Dass Du in einer Mail soviel persönliche und kompromittierende Dinge erzählst, kann Dich Deinen Ruf kosten. Da die Dinge, die wir miteinander zu besprechen haben, aber nun einmal sehr persönlich sind gebe ich Dir ein Postfach an. Ob Du Deinen Brief nun mit der Hand oder mit der Maschine schreibst, spielt für mich keine Rolle und ich verspreche Dir, ich lese auch gern mehrere Seiten.

Also nun, ich freue mich auf Deinen Brief.

Mit lieben Grüßen, Mama Bärbel.

P.S. Die Postadresse lautet: ….“

Beim Lesen der Mail war ich erschrocken. Mama Bärbel hatte gar nicht so unrecht, wenn sie auf Hacker, aber auch auf große Browserfirmen hinwies, die ungefragt Mails und besuchte Internetseiten speicherten. Ich beschloss, auf  Mama Bärbels Vorschlag einzugehen und ihr einen Brief zu schreiben. Den Versuch, einen Brief mit der Hand zu schreiben, gab ich schnell wieder auf. Nur kleine Notizzettel schrieb ich noch mit der Hand. Alles andere machte ich mit dem Computer oder ich ließ es von meiner Sekretärin schreiben, die das natürlich auch mit dem Computer tat. An Mama Bärbels Warnungen denkend, kramte ich einen älteren Laptop hervor, schloss den Computer ans Stromnetz an und konnte tatsächlich sofort loslegen. Die Adresse war ein Postfach in einer großen Stadt. Nach fünf Seiten klebte ich den Brief zu und brachte ihn sofort zum Briefkasten.

Jetzt, einige Monate später, saß ich endlich im Auto und war auf dem Weg zu Mama Bärbel.

Ich hielt mich genau an die Wegbeschreibung, Mama Bärbel hatte mich gebeten, kein Navi zu benutzen.

Ich war auf der richtigen Autobahn, dort kam meine Abfahrt. Ich fuhr raus, bog links ab, unterquerte die Autobahn und fuhr weiter geradeaus. Die Bundesstraße war offensichtlich als Umgehungsstraße gebaut worden, zwischen den dichtbelaubten Sträuchern am Straßenrand schimmerten manchmal Häuserwände und Dächer, durch einen Ort führte die Straße nicht.

Nach über einer Stunde kam endlich das Hinweisschild. Im nächsten Ort kam eine Tankstelle.

Ich bog wieder ab, die Tankstelle kam, gegenüber war das kleine Hotel.

Ich stellte den Wagen vor dem Haus ab und ging in die Gastwirtschaft. Es war spät am Nachmittag, die Tür stand offen und ich ging direkt durch bis zur Theke. Dort stand aber niemand. Ich beschloss, mich zu gedulden, irgendwann musste ja mal eine Bedienung kommen. Ich sah mich um, die Gastwirtschaft war praktisch leer. In einer Ecke am Fenster saßen drei Männer mittleren Alters und spielten Karten. Sonst war niemand da.

Plötzlich sah einer der Männer auf, sah mich, wandte sich in Richtung Theke und rief laut: „Heinrich“

Wenige Sekunden später betrat Heinrich durch die Tür hinter der Theke den Raum. Im gleichen Moment gab es hinter mir Radau. Ich drehte mich um und eine Menschenmenge quetschte sich durch die Tür und stürmte die Theke. Mich beachtete keiner, einer der Neuankömmlinge schubste mich sogar von der Theke weg.

Die Leute kamen offenbar von einem Fußballspiel, manche trugen noch Trikots verschiedener Vereine. Heinrich hatte alle Hände voll zu tun und auch die zweite Bedienung, eine Frau, verteilte Biere und andere Getränke.

Die ersten Gäste besetzten nun mit Gläsern in der Hand freie Tische und diskutierten angeregt über das erlebte Spiel.

Ich nahm wahr, das eine Person aus einer Seitentür kam, doch sie griff nicht ein, um die Meute zufrieden zustellen. Dann stand die junge Frau vor mir, musterte mich, sie nahm meine Hand und sagte: „Komm Se mal mit.“

Sanft führte sie mich durch diese Seitentür. Wir standen nun in einem Gang. Vorn war die Haustür, ein Stück weiter führte eine Treppe nach oben. Die junge Frau war hinter einen Tresen getreten und ich stand nun endlich an der Rezeption und hatte sogar einen Menschen, der mir seine volle Aufmerksamkeit schenkte.

Als ich nicht sprach, fragte die junge Frau nun:

„Möchten Sie hier übernachten, wir haben sehr schöne Zimmer, dann können Sie morgen ausgeruht weiterfahren.“

Ich war nun doch aufgeregt und sagte:

„Ich suche Frau Bärbel… Wenn ich mit Frau Bärbel sprechen könnte…“

Als ich den Namen Bärbel erwähnte, leuchteten die Augen der jungen Frau auf und sie lächelte noch mehr, doch jetzt sagte sie bedauernd:

„Das tut mir leid, Fräulein Bärbel ist nicht hier.“

Die junge Frau schaute in ihre Kartei, dann sprach sie weiter.

„Fräulein Bärbel hat aber Zimmer reserviert, für sich und einen Herrn aus Südstadt.“

Sie schaute auf und blickte mir in die Augen. Dann sagte sie:

„Sie sind der Herr aus Südstadt.“

Das war keine Frage, das war eine Feststellung. Beklommen nickte ich. Was wusste diese Frau über Mama Bärbel und „ihre Kinder“ ? Was wusste sie über meine Verabredung mit Fräulein Bärbel?

Inzwischen redete die junge Frau weiter:

„Die Zimmer sind im zweiten Stock nach hinten raus. Dort hat man keinen Straßenlärm und Hintertreppe ist auch nicht weit.“

Sie zwinkerte mir zu.

„Aber Sie brauchen keine Angst zu haben. Fräulein Bärbel bezahlt die Zimmer. Sie müssen sich also nicht in aller Frühe aus dem Haus schleichen.“

Sie kicherte, als hätte sie einen guten Witz gemacht. Dann wurde sie wieder ganz geschäftsmäßig.

Ein junger Mann war neben mich getreten und die junge Frau sprach weiter:

„Das ist Ihr Schlüssel, Zimmer zweiundzwanzig. Wenn Sie Hans Ihre Autoschlüssel geben, bringt er Ihren Koffer hinauf und stellt Ihren Wagen in die Tiefgarage.“

Ich staunte: „Ihr habt eine Tiefgarage? So groß ist das Haus doch gar nicht.“

Die junge Frau strahlte und freute sich offenbar sehr, wieder mal einen Gast verblüfft zu haben. Hans, der junge Mann, streckte mir seine Hand hin.

„Den Autoschlüssel bitte.“ sagte er höflich.

Ich nahm den Zimmerschlüssel und sagte:

„Ich komme besser mit.“

Als Hans und ich aus dem Haus traten, mussten wir feststellen, das alle Autos vor dem Haus zugeparkt waren. Die Neuankömmlinge hatten ihre Fahrzeuge wahllos abgestellt. Hans ließ sich von dem Chaos nicht beeindrucken und ging schnurstracks auf meinen Wagen zu. Der Anhänger am Schlüsselbund wies ihm offenbar den Weg. Hans probierte den Schlüssel, öffnete den Kofferraum und stellte zwei Koffer und eine Reisetasche auf  den Asphalt.

Zwanzig Minuten später war ich endlich auf meinem Zimmer. Hans hatte die Koffer getragen und ich hatte mich der Reisetasche angenommen. Den Autoschlüssel wollte er mir später bringen.

Unentschlossen und aufgeregt saß ich auf dem Bett und starrte auf die Reisetasche. Normalerweise würde ich jetzt Koffer auspacken, wenigstens Nachtzeug und die anderen Dinge, die der Mensch für eine Übernachtung braucht, doch ich wollte mich ja heute noch mit Mama Bärbel treffen und sie hatte mir versprochen, dass ich die erste Nacht dann schon im Kinderzimmer verbringen würde.

Ich legte mich aufs Bett und dachte an den Inhalt der Reisetasche. In Absprache mit Mama Bärbel hatte ich einige Kleidungsstücke gekauft, die ich als Baby gerne tragen würde. Mir war es zwar immer noch schleierhaft, wie das funktionieren sollte, aber ich hatte mich an die Größenangaben von Mama Bärbel gehalten. Jetzt auf dem Bett ließ die Anspannung etwas nach und ich träumte mit offenen Augen von dem blauen Strampelanzug und den Sternen und Monden darauf. Ich sah ein kleines Baby. Es lag auf dem Rücken und strampelte, es streckte die Ärmchen nach oben und eine kräftige Frau nahm das Baby aus dem Gitterbettchen heraus. Die Beinchen von dem großen Windelpaket gespreizt, saß das Baby auf dem Unterarm der Frau, hatte die Händchen an die Schultern der Frau gelegt und legte nun das Köpfchen auf die eine Schulter. Es genoss sichtlich den engen Körperkontakt und fühlte sich ganz und gar geborgen…

Eine Geschichte von: Joe Miller
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1 Antwort zu “Micky – Teil 1”

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