Micky – Teil 10

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Diese Geschichte ist frei erfunden und enthält möglicherweise sexuelle Inhalte!

Spaziergang

Dann stand Mama wieder am Bettchen.

Ich hatte gut geschlafen und fühlte mich wieder ausgeruht.

Mama hob mich aus dem Bett und legte mich wieder auf den Wickeltisch.

Dort zog sie mich bis auf die Windel aus und prüfte gründlich meine Hände und Finger.

Dann wechselte sie schnell die Windeln und zog mich genau so wieder an.

Wieder konnte ich die Finger nicht bewegen, die Hände nicht einsetzen.

Ich brabbelte in meinen Schnuller und Mama sah mich fragend an.

Ich lächelte zurück und beruhigt nahm sie mich auf den Arm.

Wir kuschelten kurz miteinander, dann trug sie mich in die Küche.

Dort saß Sybille auf der Eckbank und sah ein wenig besser aus, als heute morgen.

Doch sie war nicht allein.

Zwei weitere Frauen saßen auf der Eckbank und eine hatte auch einen Säugling auf dem Schoß.

Das Baby trug kurze Zöpfchen im Haar, hatte einen rosa Strampelanzug an und schien nicht älter zu sein, als ich.

Beide Frauen sahen mich neugierig an, sagten aber nichts.

Mama setzte sich in den Sessel und bot mir eine Nuckelflasche mit Tee an.

Ich trank ein wenig, dann schaute ich mich noch einmal um.

Die Frau mit dem kleinen Mädchen kam mir bekannt vor. War das etwa Dorothea?

Ohne Zimmermädchenkleidung sah sie ganz anders aus und ich war mir nicht sicher. Vielleicht sah die Frau Dorothea nur ähnlich.

Die Wohnungstür wurde aufgeschlossen und ein kleiner Junge kam in die Küche gestürmt.

Er rief: „Mama, Mama“, und lief zu der Frau ohne Kind.

Die empfing ihn mit offenen Armen und schnell saß der Junge auf ihrem Schoß.

In der Küche wurde es eng, als nun auch noch ein Mann hereinkam.

Er blieb an der Tür stehen, aber der schwarze Hund lief an ihm vorbei und wollte scheinbar zu Mama Bärbel laufen, um sie zu begrüßen.

Doch der Mann hielt den Hund an der Leine und so wurde er kurz vor uns gestoppt. Sehnsüchtig sah er Mama an und winselte leise.

Der Mann schaute in die Runde und fragte:

„Alles fertig? Können wir losgehen?“

Die Frauen bejahten und es gab einen großen Aufbruch. Alle gingen in den Korridor, zogen sich Jacken an und verschwanden im Hausflur.

Sybille kam noch einmal zurück und nahm mich auf den Arm, während Mama sich ihren Anorak anzog.

Dann übergab mich Sybille wieder an Mama und schnappte sich eine große Tasche.

Wir verließen jetzt die Wohnung und Sybille schloss hinter uns ab.

Vor der Wohnung war ein großer Raum. Ich konnte eine Aufzugstür sehen und an einer anderen war ein Notausgangsschild, scheinbar war dahinter ein Treppenhaus.

Mama setzte mich nun in einen altmodischen Kinderwagen. Der Wagen hatte Speichenräder und Lederriemen zur Federung.

Mama zog mir einen Wagensack an und schnallte mich mit dem Hosenträgergurt  fest.

Dann zog sie den Reißverschluss des Fußsacks zu und nun schaute nur noch mein Oberkörper heraus.

Ich zog meine Arme aus dem Fußsack hervor und legte sie in meinen Schoß. Mit meinen Händen konnte ich zwar nichts tun, doch ich wollte sie nicht im Fußsack lassen.

Sybille hatte den Aufzug geholt und wir drei fuhren nun hinunter ins Erdgeschoss.

Dort trafen wir alle wieder und während Mama den Hund begrüßte, konnte ich beobachten, wie das kleine Mädchen in ihren Wagensack gesteckt wurde.

Dabei sah ich, dass auch ihre Anzugärmel geschlossen waren, auch sie konnte ihre Hände nicht gebrauchen.

Unsere Wagensäcke waren aber so geschnitten, dass die Ärmel die verpackten Hände verdeckten und für nicht eingeweihte Betrachter war nichts ungewöhnliches zu sehen.

Nun waren alle fertig, auch der kleine Junge trug jetzt Stiefelchen und einen Anorak.

Durch eine Stahltür gelangten wir in eine Art Hof.

An einer Seite, parallel zur Hauswand wurde er von einer hohen Mauer begrenzt.

Doch auch hier gab es eine Eisentür und als wir hindurch gingen, kamen wir auf einen kleinen Weg. Links und rechts war Wiese und nach einigen Metern kamen wir auf einen asphaltierten Feldweg.

Die Landschaft war sehr hügelig und immer ging es bergauf und wieder bergab. Mama hielt den Kinderwagen so, das ich nicht zum Haus sehen konnte und ich war ein bisschen enttäuscht. Ich hätte das Haus auch gern einmal von außen gesehen.

Wir gingen immer weiter und hatten die ganze Zeit das Haus im Rücken.

Der kleine Junge lief immer wieder voraus und lief dann wieder zurück zu seiner Mama, die neben uns ging. Beim Zurückkommen schaute er oft neugierig zu mir.

Mama sprach meine Gedanken aus, als sie zu ihrer Nachbarin sagte:

„Dein Junge wird heute Abend ja todmüde sein.“

Der Mann hatte den Hund abgeleint und der lief dem kleinen Jungen immer hinterher.

Um uns herum waren nur Wiesen und Felder, dann und wann kam ein kleines Waldstück.

Manchmal fuhr ein Auto an uns vorbei, dann machten wir uns ganz schmal und stellten uns an den Straßenrand. Sogar der Hund passte auf und setzte sich ordentlich neben uns.

Andere Menschen trafen wir kaum.

Einmal kam uns ein Paar mit Hund entgegen.

Lucki stutzte, dann lief er schnell zu seinem Herrchen und versteckte sich hinter ihm.

Wir blieben stehen, die anderen Leute riefen ihren Hund zurück und gingen mit Abstand an uns vorbei.

Erst als die drei schon ein ganzes Stück weiter waren, traute sich Lucki wieder hervor und ließ sich von Herrchen kraulen. Auch Mama ging zu Lucki hin, beugte sich zu ihm herunter und kraulte ihn hinter den Ohren. Dabei sprach sie zu ihm. Dann gingen wir weiter.

Viele Felder waren schon abgeerntet, die meisten Weiden leer.

Auf einer Wiese standen Kühe und versteckten sich ganz hinten unter Bäumen. Der kleine Junge stand schon am Zaun, er hatte einen „Strauß“ Gras in der Hand, um damit die Kühe anzulocken.

Lucki stand neben ihm und hatte die Vorderpfoten auf den Zaun gestützt. Die Kühe trauten weder dem einen noch dem anderen und blieben, wo sie waren.

Das kleine Mädchen machte jedoch große Augen und tat so, als hätte sie noch nie echte Kühe gesehen.

Als wir alle an der Weide angekommen waren, machte die Frau die Bremsen des Kinderwagens fest und hockte sich neben das Kind.

Gemeinsam sahen sie sich die Kühe an und die Frau machte das kleine Mädchen immer wieder auf neue Details aufmerksam.

Auch Mama hockte nun neben mir. Die ganze Zeit hatte ich in meinem Wagen mehr gelegen als gesessen, die Rückenlehne war weit nach hinten gekippt worden, bevor Mama mich zuhause hineingesetzt hatte.

Das hatte Mama jetzt geändert und ich saß nun fast aufrecht. Zusammen schauten wir dem kleinen Mädchen und seiner Mama zu, wie sie die Kühe bestaunten.

Die Kühe gaben sich von dem ganzen unbeeindruckt und kümmerten sich nicht um uns.

Nach kurzer Zeit langweilte sich der kleine Junge und fing an zu maulen. Der schwarze Hund gab seinen Posten am Zaun auf und lief zu seinem Herrchen.

Der gab ihm einen großen, roten Ring ins Maul. Damit lief der Hund zu dem kleinen Jungen und setzte sich vor ihm hin. Der kleine Junge nahm den Ring in die Hand und fragte:

„Was mach ich denn jetzt damit?“

„Oh, Jerry“, sagte seine Mama, „den wirfst du jetzt wie einen Stock und Lucki holt ihn dann. Wirf den Ring aber nicht auf die Weide.“

So warf der kleine Junge den Ring wie einen Frisbee die Straße entlang und mit großen Sätzen sprang Lucki hinterher. Die beiden spielten ihr Apportierspiel, bis auch das kleine Mädchen das Interesse an den Kühen verlor.

Als ich heute Vormittag im Kinderzimmer lag, schien es draußen richtig heiß zu sein und als mich Mama für den Nachmittag anzog, hatte ich ernste Bedenken gehabt.

Wir hatten immer noch Spätsommer und ich trug jetzt Strumpfhosen, einen warmen Body, einen Overall, dicke „Handschuhe“, eine warme Mütze, einen Wagensack mit Kapuze und lag in einem Fußsack, der mehr wärmte, als nur meine Füße. Eigentlich hätte ich einen Hitzschlag bekommen müssen.

Doch Mama hatte richtig gewählt.

Fast den ganzen Tag hatte es geregnet, die Luft war sehr kühl und es wehte ein kalter Wind. Zudem saß ich die ganze Zeit und bewegte mich kaum. Trotzdem war mir angenehm warm.

Wir gingen weiter und dann, nach einem Wäldchen, kam eine Pferdekoppel.

Jetzt war das kleine Mädchen ganz aus dem Häuschen. Es streckte sich, machte einen langen Hals und streckte den Pferden die Arme entgegen.

Wie ich, war das Mädchen im Kinderwagen angeschnallt und die geschlossenen Ärmel des rosa Strampelanzugs schauten nun aus den Ärmeln des Wagensacks heraus.

O je, am Zaun der Pferdekoppel standen zwei etwa dreizehnjährige Mädchen.

Die Pferde hatten sich am Zaun versammelt und ließen sich mit Mohrrüben und wohl auch mit Zuckerstückchen von den beiden füttern.

Als Lucki die Pferde sah, lief er wieder schnell zu seinem Herrchen und der kleine Junge rief ihm enttäuscht hinterher.

So schauten die Mädchen zu uns hin.

Unter den misstrauischen Blicken stellten wir uns einige Meter entfernt an den Zaun.

Die Mutter des kleinen Mädchens nahm ihr Kind auf den Arm und die Mutter des kleinen Jungen holte Würfelzucker aus ihrer Tasche.

Die Pferde witterten den Zucker und ein paar kamen zu uns hin.

Unter den wachsamen Augen des kleinen Mädchens ließen sie sich füttern und von den beiden Frauen streicheln.

Obwohl das kleine Mädchen sich sehr für die Pferde interessierte, hatte sie wohl auch Angst, als die großen Tiere ihre Köpfe auch in seine Richtung streckten und Zuckerstücke forderten.

Mama saß wieder neben meinem Kinderwagen und fragte mich:

„Und, Micky, möchtest du die Pferde auch einmal aus der Nähe sehen?“

Doch ich schüttelte den Kopf und so blieben wir nebeneinander sitzen.

Nach einiger Zeit gingen den beiden Mädchen Mohrrüben und Zuckerstücke aus und auch die restlichen Pferde liefen nun zu uns.

Enttäuscht über soviel Treulosigkeit und Verfressenheit, warfen sie uns wütende Blicke zu und gingen dann weg.

Wie an der Kuhweide machte die Mutter ihre kleine Tochter auf Details aufmerksam und die beiden betrachteten aufmerksam jedes Pferd.

Schließlich packte die eine Frau die restlichen Zuckerstücke ein und die andere brachte ihr Töchterchen zurück in den Kinderwagen.

Das kleine Mädchen wollte sich aber nicht von den Pferden trennen, machte einen Riesenspektakel und brüllte trotzig, als es nun im Kinderwagen festgeschnallt wurde.

Wir gingen weiter und die Pferde folgten uns solange, bis die Koppel zu Ende war.

Die Mutter holte aus Sybilles Tasche ein kleines Plüschpferdchen und legte es dem kleinen Mädchen auf den Schoß. Sie hockte sich neben den Kinderwagen und sprach mit sanfter Stimme auf ihr Töchterchen ein.

Aber das kleine Mädchen weinte und brüllte und wollte sich nicht trösten lassen.

Schließlich stand sie entnervt auf und kam zu uns.

 „Das kleine Biest“, sagte sie zu Mama. „wir müssen doch weiter und auch mal nach Hause.“

„Sie liebt Pferde eben über alles“, sagte Mama und zuckte mit den Schultern.

„Ich glaube eher“, gab die Frau düster zurück, „sie bittet um einen ganz besonderen Schlafanzug.“

Lucki war zu dem kleinen Mädchen hingelaufen und hatte seinen Kopf auf den Fußsack gelegt.

Das Mädchen betrachtete ihn aufmerksam und war jetzt still.

Doch als wir endlich weitergingen, fing das kleine Mädchen wieder an zu brüllen.

Nach einigen Minuten blieben die Erwachsenen wieder stehen.

Der kleine Junge und der Hund spielten wieder apportieren und die Mutter sprach jetzt ernst auf ihr Töchterchen ein.

Mama bot mir Tee aus der Nuckelflasche an und ich trank einige Schlucke.

Schließlich gingen wir weiter. Das kleine Mädchen war jetzt still.

Mama hatte die Rückenlehne wieder flacher eingestellt und ich lag halb in meinem Kinderwagen, mir war angenehm warm, der Wagen schaukelte leicht und es kam wie es kommen musste. Ich wurde ganz müde und schlief ein.

Eine Geschichte von: Joe Miller
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