Internat oder Irrenhaus – Teil 22

4.6
(25)

Diese Geschichte ist frei erfunden und enthält möglicherweise sexuelle Inhalte!

Nach der Stunde gab es eine kurze Pause und wir Schülerinnen durften aufstehen.

Sophie zögerte.

Offenbar wollte sie Lars einen weiteren Blick auf ihren dicken Windelpopo vorenthalten.

 Aber Katja sagte:

„Komm Sophie, das lohnt sich nicht. Bei dem sind wir eh unten durch.“

Scheu warf Sophie Lars einen Blick zu.

Doch der achtete gar nicht auf uns, sondern machte sich mit Dr. Schreiber zusammen an einer Fernbedienung zu schaffen.

So standen wir Mädchen auf, vertraten uns ein wenig die Beine und standen schließlich am Fenster.

Auch meine Windeln erschienen mir deutlich größer und peinlicher, als heute Morgen.

Doch das lag nicht allein daran, dass sie den ganzen Morgen über gefüllt wurden und mehr und mehr aufquollen.

Auch mir war es nun peinlich, so offen dazustehen, mit einem deutlich sichtbaren Windelpaket um die Hüften.

Und dazu noch in Mädchenkleidern.

Und mit Zöpfen.

Quasi vor einem Gleichaltrigen.

Nun klatschte Maria einmal in die Hände.

„Mädchen, die Pause ist vorbei. Setzt euch alle wieder hin.“

So kehrten wir Schülerinnen mehr oder weniger watschelnd zu unseren Plätzen zurück.

Die Fenster wurden automatisch verdunkelt, das Licht ausgeschaltet und über der Tafel wurde nun ein Bild an die Wand geworfen.

„Schaut euch den folgenden Film gut an“, sagte Dr. Schreiber, „morgen möchte ich von jedem von euch einen kurzen Aufsatz bekommen!

Also macht euch Notizen.“

Wie denn, dachte ich.

Soll ich auf die Tischplatte schreiben?

Und womit?

Am Ende mit meinem Blut?

Inzwischen hatten Carlotta und Katja ihre Tischplatten hochgeklappt und nahmen aus dem Fach darunter einen großen Collegeblock und einen Stift heraus.

Nacheinander folgten Sophie und ich ihrem Beispiel und im Licht des Projektors oder Beamers konnten wir nun etwas schreiben.

In dem Film ging es um ein Bauprojekt im brasilianischen Urwald und dem Kampf der Ureinwohner, aber auch von Umweltschützern gegen dieses Projekt und die Zerstörung von Lebensraum von Mensch und Tier.

Dieser Konflikt war ja nicht neu.

Und heutzutage überfielen die Ureinwohner die Bauarbeiter nicht mehr mit Pfeil und Bogen aus dem Dschungel heraus, sondern marschierten mit den Umweltschützern Seite an Seite auf Demonstrationen und die Anführer und Häuptlinge vertraten ihre Ansichten in wohlüberlegten Worten in Parlamentsanhörungen und auch in den Pressekonferenzen.

Was leider auch nicht bedeutete, dass ihre Interessen von der Regierung mehr beachtet wurden, als in den fünfziger oder sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts.

Nach dem Film war die Stunde zu Ende.

Lars und Dr. Schreiber verabschiedeten sich und verließen das Klassenzimmer.

Diesmal gab es fünfzehn Minuten Pause.

Wir Mädchen bekamen jeder eine große Trinkflasche mit Tee hingestellt und durften uns aus einem Schälchen Kekse nehmen.

Maria achtete darauf, dass wir unsere Flaschen auch leer tranken.

Danach kam eine Lehrerin herein.

Sie war etwa  Mitte vierzig und hatte dunkle Locken.

Stehend grüßten wir:

„Guten Morgen Frau Lehrerin.“

Währenddessen musterte sie uns mit finsterem Blick.

„Für alle die es noch nicht wissen“, dabei musterte sie mich mit strengem Blick, „ ich bin Frau Meier. Mayr mit a und y. Und ich unterrichte Mathematik.

Ich weiß, dass viele Mädchen Schwierigkeiten mit der höheren Mathematik haben“, fuhr sie selbstgefällig fort.

„Aber wenn man als Frau Chemiker, Physiker oder auch Raumfahrtingenieur werden will, sind diese Kenntnisse unabdingbar und fundamental für eure Arbeit.“

Sie wandte sich der Tafel zu und schrieb „Algebra“ darauf.

Als wir Mädchen stöhnten, schien sie kurz zu lächeln.

„Heute wiederholen wir das rechnen mit zwei Unbekannten. Du da“, sagte sie und zeigte auf Sophie, „an die Tafel mit dir!“

Widerwillig erhob sich Sophie und als sie an Frau Mayr vorbei watschelte, sagte sie grimmig:

„Ich heiße Sophie!“

„Wie schön für dich“, bemerkte Frau Mayr kaltlächelnd, „mal sehen, ob du noch mehr weißt!“

Sie diktierte Sophie eine Gleichung und sagte dann:

„Dann sehen wir mal, ob du gestern auch aufgepasst hast. Und jetzt, schreibe die Lösung hin!“

Fast hatte ich Mitleid mit Sophie, wie sie da in ihren dicken Windeln an der Tafel stand und Zahlen, Buchstaben und Klammern durcheinander brachte.

Frau Mayr wirkte zufrieden, als Sophie schließlich nicht weiter wusste und aufgab.

„Na schön, du Genie! Dann setz dich mal wieder hin!“

Geknickt watschelte Sophie zurück zu ihrem Platz.

In der Zwischenzeit ließ Frau Mayr den Blick über ihre Klasse schweifen.

Welche Schülerin könnte sie jetzt an die Tafel holen, um diese vorzuführen und ihr das Nichtwissen um die Ohren zu hauen.

Es überraschte wohl niemanden, als sie schließlich auf mich zeigte:

„Du da! Die Neue! Marsch! An die Tafel!“

Ich hatte keine Wahl.

Schwerfällig erhob ich mich und watschelte genauso mühsam wie Sophie zur Tafel.

Geradezu genüsslich sah Frau Mayr mir beim Watscheln zu und während ich noch überlegte, wie ich am besten vor der Tafel stehen konnte, während mir die Windeln die Beine auseinander drückten, erscholl Frau Mayrs Stimme:

„Wisch das Gekritzel weg und zeig du mal, was von deinem Mathematikunterricht hängengeblieben ist!“

Was für eine blöde Kuh, dachte ich noch.

Dann erinnerte ich mich an meine Mama, die Informatikerin und mit viel Ach und Krach konnte ich nach fast zwanzig Minuten die Gleichung auflösen.

„Na, das war aber sehr holprig!“ befand Frau Mayr dann auch meine Leistung und machte einen Kringel in ein kleines Heftchen.

Sie warf Maria einen Blick zu.

„Wie sagten Sie, heißt dieser Tolpatsch?“

„Leonie“, erwiderte Maria gelassen.

„Leonie“, murmelte Frau Mayr vor sich hin und kritzelte in ihr Büchlein.

Dann sah sie wieder auf:

„Mit ie am Ende?“

Indessen stand ich an meinem Tisch und starrte Frau Mayr ungläubig an.

Warum fragte sie Maria nach meinem Namen und nicht mich?

Tolpatsch?

Dachte sie, ich wüsste nicht selbst, wie ich heiße?!

Und nun fragte sie auch noch: „Mit ie am Ende?“

Am liebsten hätte ich geschrien:

„Nein du blöde Kuh! Mit ay natürlich!“

Dann stand Maria neben mir.

„Komm Leonie“, sagte sie ruhig, „es lohnt sich nicht.“

Noch einmal atmete ich tief durch, dann setzte ich mich.

Maria hatte recht.

Das lohnte sich nicht.

Es war nur ein blöder Lehrkörper mehr.

Oder eher Leerkörper!

Aber hatte Frau Mayr da eine sechs neben meinen Namen geschrieben?

Warum denn das?

Die Lösung war doch richtig!

Oder etwa nicht?

Als Nächste wurde jetzt Katja zur Tafel zitiert.

Gelassen und fast stoisch trat sie ihren Weg an.

Frau Mayr wirkte enttäuscht, dass Katja fast leichtfüßig zur Tafel ging und nicht von einem dicken Windelpaket behindert wurde.

Dort angekommen sollte Katja nun alles wegwischen, bekam eine neue Gleichung diktiert und sollte nun diese ausrechnen.

Ohne sich viel Mühe zu geben, schrieb Katja irgendetwas an die Tafel und ging dann einfach wieder zu ihrem Platz.

„Und wieder eine glatte sieben“, sagte Frau Mayr und konnte nicht verbergen, wie zufrieden sie mit Katjas Versagen war.

„Fast schon eine acht! Das muss man erstmal hinkriegen!“

Wieder kritzelte sie in ihr Büchlein.

Dann packte sie ihre Tasche.

Obwohl die Stunde noch lang nicht zu Ende war, ging sie in Richtung Tür.

Maria hatte sich vorhin neben mich gesetzt und bevor Frau Mayr den Raum verließ, drückte sie Maria eine Liste in die Hand:

„Noch viel Spaß mit der untalentierten Bande!“

Dann war sie weg und alle atmeten auf.

Maria stand auf und stellte sich jetzt vor unseren Tischen hin.

„Also, Mädchen. Ich weiß, Frau Mayr ist in höchstem Maße ungerecht.

Aber im Moment ist sie eure Lehrerin und irgendwie müsst ihr damit leben.

Es wird euch in Zukunft immer wieder mal passieren, dass ihr einen Vorgesetzten, einen Chef, einen Nachbarn oder einen Verwandten habt, der sich ähnlich aufführt.

Deshalb kann man nicht einfach ausrasten und umsichschlagen!

Und außerdem hat auch ein Vorgesetzter einen Chef über sich.

Einen Chef, einen Arbeitgeber kann man wechseln.

Wenn der Chef meint, ihr genügt seinen Ansprüchen nicht oder ihr sollt für einen Hungerlohn arbeiten, dann soll er sein Geschäft doch ohne euch weiterführen.

Aber einen Wechsel sollte man auch vorbereiten.

Nicht einfach im Streit kündigen und erst danach einen neuen Job suchen.

Die meisten von euch haben zwar reiche Eltern.

Aber das ist auch kein Garant dafür, dass man in seiner Umgebung nur Menschen hat, mit denen man sich immer blendend versteht.“

Nach dieser kleinen Ansprache bekam jeder von uns ein Aufgabenblatt und dann setzte sich Maria neben mich und zusammen lösten wir die Aufgaben.

Wir schrieben alles ordentlich auf und während des Rechnens und Schreibens erklärte mir Maria einige Details sehr anschaulich.

Sophie saß mit Tante Steffi zusammen und  Carlotta arbeitete gemeinsam mit Katja.

So ging der Vormittag recht schnell vorbei.

Um elf Uhr ließ Maria uns alles wegpacken und führte uns zurück in unsere Wohngruppe.

Dort stellten sich Carlotta und Katja an den Herd, um das Mittagessen zu kochen.

Sophie und ich aber wurden in die Spülküche geschickt.

Hier stand das Geschirr vom Frühstück immer noch herum.

Erstaunlicherweise gab es hier keine Spülmaschine.

Man erwartete von uns, dass wir alles von Hand spülten.

Tante Steffi beaufsichtigte uns vier und nachdem dass Essen auf dem Herd schmorte und auch die meisten Teile gespült waren, wurden wir nacheinander ins Bad gebracht und von Maria neu gewickelt.

In der Zeit kümmerte sich der jeweils andere weiter um die Arbeit.

Nun wurde gegessen.

Während ich mir mit der Gabel Nudeleintopf in den Mund schob, fragte ich mich, wie jetzt der Nachmittag verlaufen würde.

Doch zunächst wurden wir für die Mittagspause in den Gruppenraum geschickt.

Sophie suchte sich einen Platz am Fenster und schaute dann die ganze Zeit nach draußen, wo über den Dächern des Schlosses ein paar Berggipfel zu sehen waren.

Carlotta las wieder in ihrem Buch und auch Katja suchte sich etwas Lesestoff heraus.

Der Bildband, in dem ich gestern gelesen hatte, lag auch noch herum und so nahm ich ebenfalls ein Buch zur Hand.

Zuhause hätte ich die Zeit sicher mit dem Smartphone verbracht, aber so etwas hatten wir hier nicht.

Ob sich manche Leute jetzt wohl fragten, warum meine Facebookseite brachlag und nicht weitergeführt wurde?

Oder warum ich nichts mehr twitterte?

Würden sie bei Mama nachfragen?

Würde Yannick etwas unternehmen?

Nach etwa einer dreiviertel Stunde stand Maria in der Tür und rief Katja heraus.

Diese legte ihr Buch beiseite und ging mit Maria mit, während wir drei wieder unbeaufsichtigt zurückblieben.

Die altmodische Uhr auf der Schrankwand tickte leise und ich fühlte mich ins Wohnzimmer meiner Großeltern zurückversetzt.

Gleichzeitig wurde mir meine Kleidung bewusst.

Das dicke Windelpolster auf dem ich saß und das mich immer noch zwang, die Beine weit geöffnet zu halten, da ich die Windeln nicht weiter zusammendrücken konnte.

Das große Buch lag in meinem Schoß, doch hinter dem Buchrand schauten meine weißbestrumpften Knie hervor und nun spürte ich auch wieder wie sich das Gewebe der Strumpfhosen gegen meine Haut drückte.

Das Mittagessen hatte mich müde gemacht und so fielen mir über dem Buch mit seinen großen Fotos fast die Augen zu.

Vielleicht waren es aber auch die Erlebnisse der vorangegangenen Nacht, die mich jetzt müde werden ließen.

Dann stand Maria wieder in der Tür.

Etwa eine halbe Stunde nach Katja hieß es nun:

„Leonie. Kommst du bitte?“

Gespannt klappte ich mein Buch einfach zu und ließ es auf dem Sofa liegen.

Im Flur lächelte mich Maria freundlich an und fragte:

„Hast du immer noch Lust auf ein kleines Spiel?“

Als ich nickte, fragte sie:

„Und möchtest du heute das kleine Baby sein?“

Wieder nickte ich.

Freundlich lächelnd nahm Maria meine Hand:

„Dann komm mit, kleine Maus.“

Eine Geschichte von: Joe Miller
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3 Antworten zu “Internat oder Irrenhaus – Teil 22”

  1. Hallo und guten Tag
    Besten Dank für die tolle und gute Vortsetzung von Deiner Geschichte. Wieder einmal hast Du einen weiterenspannenden Teil Geschrieben. Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Teil von Deiner Geschichte.
    Besten Dank für Deine Bemühungen und Bitte sei so nett und schreibe bald weiter.
    Herzliche Grüsse vom Yan

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