Auf dünnem Eis – Teil 1

4.9
(12)

Diese Geschichte ist frei erfunden und enthält möglicherweise sexuelle Inhalte!

Einleitung

….manchmal war Katharina wirklich erstaunt, wie schnell und grazil sich die alte Dame vor Ihr noch bewegen konnte.

“vielleicht bin ich mit 65 Jahren ja auch noch so agil wie Frau Gehrent” dachte Sie sich und versuchte tapfer dem Tempo zu folgen.

Was von außen wie ein altes Fabrikgebäude ausgesehen hatte, entpuppte sich Innen dann doch als heruntergekommene, scheinbar nicht mehr zu renovierende Eishalle.

Schon konnten Sie die Geräusche von Schlittschuhen hören, die über das Eis streiften und schnelle Kurven schnitten. Hach – Katharina liebte dieses Geräusch.

Merklich sank auf einmal auch die Umgebungstemperatur deutlich – das Eis war nahe!

Dunkelbraune, dicke Holzbalken, deren Farbe schon deutlich abgeblättert war stützten das hohe Hallendach ab, machten aber leider keinen sehr soliden Eindruck mehr. Katharina selbst hätte wirkliche Bedenken gehabt, hier ihr Eistraining zu absolvieren.

Diese Zeiten lagen allerdings schon hinter Ihr – trotzdem war Sie in jungen Jahren eine wirklich talentierte Eiskunstläuferin gewesen. Als Mädchen hatten die Pokale aus lokalen und überregionalen Meisterschaften daheim ganze Regale geschmückt und kurz hatte auch Sie die Ehre gehabt, bei Frau Gehrent trainieren zu dürfen.

Es waren schmerzhafte Erinnerungen, die in Katharina aufstiegen, denn nach ein paar Wochen unter der Obhut der alten Dame hatte Sie das Handtuch werfen müssen. Ein Ermüdungsbruch im Knöchel hatte ihren Ambitionen einen schweren und nicht wieder rückgängig zu machenden Rückschlag eingebracht.

Trotzdem war ihr Engagement und die Liebe für das Eiskunstlaufen geblieben. Katharina hatte schlichtweg einfach die Position gewechselt – war nun die Assistentin von Frau Gehrent, die Weltweit als eine der besten Eiskunstlauf-Spezialistin/Jury-Mitglied und Trainerin galt.

Jedes Jahr wählte die alte Dame ein Talent aus, welche ab diesem Zeitpunkt in ihrem Stützpunkt in Dänemark von Ihr trainiert wurde.

Mehrere Europa-Meisterinnen und sogar Olympia-Medaillengewinnerinnen waren aus diesem Trainingsprogramm hervorgegangen. Es war alles andere als einfach bei Frau Gehrent zu bestehen und meist handelte es sich um junge Mädchen oder Frauen, die alles Gewohnte hinter sich lassen mussten, um in einem super-harten Training Tag für Tag ihr Bestes zu geben. Bei den noch nicht volljährigen Damen übernahm Katharina die Aufsichtspflicht, seitdem Sie als Assistentin angestellt war – kümmerte sich um das leibliche Wohl, die Schulausbildung und war auch gleichzeitig meistens der einzige Ansprechpartner für die Athletin, da Handys auf dem Gelände von Frau Gehrent streng verboten waren.

Im Endeffekt hatte bisher allerdings jede Teilnehmerin zumindest versucht zu tricksen, bis Ihnen meist von Katharina klar gemacht werden konnte, dass die Trainerin keine Ausnahmen duldete.

Und heute war es endlich wieder soweit. Ein halbes Jahr war seit ihrer letzten “Kreation” wie die alte Dame ihre Schützlinge nannte vergangen. Schtscherbakowa hatte sich zu internationaler Größe herangearbeitet und würde nun gegen eine ebenfalls sehr talentierte junge Dame ausgetauscht werden.

Noch nie war ein Mann von Frau Gehrent trainiert worden doch das war auch gut so, wie Katharina fand.

Wieder knirschte es ein Stück weit vor Ihnen und schließlich hatten die Beiden die doch überraschend großzügig gestaltete Eisfläche erreicht.

Katharina war wie fast alle Eiskunstläuferinnen nicht die Größte, zierlich gebaut, noch immer schlank und dank des Trainings mit den Athletinnen auch noch immer gut trainiert.

Die Absperrbande reichte ihr fast bis zur Brust nach oben und interessiert spionierte die Assistentin hinter der alten Dame auf Zehenspitzen heimlich auf das Eis.

Grimmig studierte und verfolgte Frau Gehrent jede Bewegung der jungen Tänzerin auf dem Eis. Ihr faltiges Gesicht änderte sekündlich ihre Stimmung, als Sie jede noch so kleine Unstimmigkeit mit einem grimmigen Blick oder sogar einem Kommentar bedachte.

Hin und wieder murmelte die alte Dame aber auch tatsächlich Komplimente leise vor sich hin, wenn der jungen Frau zum Beispiel ein Sprung gut geglückt war.

“Komm her Katharina” forderte Frau Gehrent plötzlich und winkte ihre Assistentin zu sich.

“sag mir was du siehst….”

Kapitel 1

Die Schlittschuhe knirschten und zerschnitten leise surrend die Eisfläche, während eine junge Frau sich zur laut aus mehreren in der Halle verteilten Lautsprechern tönenden Musik anmutig auf dem Eis bewegte.

Grazil und federleicht sahen die Pirouetten bei Ihr aus. Die braunen, glatten Haare waren zu einem dicken Zopf mit einem roten Haargummi zusammengebunden, während ein kindliches Gesicht mit spitzer Nase und aufgrund der Kälte fast blauen Lippen konzentriert und fokussiert den nächsten Abschnitt in Angriff nahm.

“wie alt mag das Mädchen wohl sein?….14 oder 15 Jahre vielleicht?” dachte sich Katharina.

Wie Sie selbst auch war die Tänzerin ziemlich zierlich gebaut – an die 160cm groß und hatte im Vergleich zur ihrer doch geringen Größe schöne lange Beine, die unter einer schwarzen Trainingshose versteckt bei jeder Figur die Anmut noch etwas mehr hervorhoben.

Eine blaue Weste über einem ebenfalls schwarzen Pullover rundeten das Bild einer trainierenden Künstlerin perfekt ab.

Konzentriert sah sich die Assistentin genau jede Bewegung an und erst nach einer gefühlten Ewigkeit fällte Sie an Frau Gehrent gewandt ihr Urteil.

“Sehr schöne, wirklich sehr schöne Pirouetten. Der Axel ist schlampig abgesprungen, deswegen auch die wackelige Landung. Der Rückwärtslauf dürfte etwas schneller werden, denke ich….aber sonst schlägt sich das Mädchen ganz tapfer”

“Mädchen?” fragte die alte Dame überspitzt.

“Selina ist bereits 17 – ich lehne mich dieses Mal ziemlich weit aus dem Fenster, wenn ich Sie wirklich aufnehme”

“Entschuldigung – natürlich Frau Gehrent” nickte Katharina rot angelaufen und senkte den Kopf.

“Deine Beurteilung allerdings teile ich….- sehr gut analysiert Katharina….” lobte die Trainerin Sie anschließend, wandte sich wieder der trainierenden Läuferin zu und fing plötzlich an, Ihr Befehle und Kommandos auf das Eis zu schreien.

“Den linken Fuß höher ziehen Selina!”

Überrascht und perplex blickte das Mädchen zu den Beiden an die Bande und an anderer Stelle wurde gleich die Musik angehalten.

Eine weibliche Stimme schimpfte empört am auf der gegenüberliegenden Seite des Eises hervor.

“Wie können Sie es wagen, das Training von Selina zu stören?”

Selbstbewusst und routiniert ging Frau Gehrent an der Bande entlang in Richtung der schimpfenden Frau, während  die Eiskunstläuferin die beiden unbekannten Damen mit lockeren Runden im Blick behielt.

Dann tauchte endlich die andere Frau im Blickfeld auf – ebenfalls braunhaarig, allerdings war fast der komplette Körper unter einer langen Daunenjacke versteckt, die fast bis zu den Knien reichte.

Plötzlich stockte ihr noch gerade eben stolzierender Gang. Frau Gehrent schien erkannt worden zu sein, denn die Frau verharrte plötzlich an Ort und Stelle – blieb einfach regungslos stehen.

“……Fr…..Frau Gehrent…..w…w…welche Ehre” sagte die Fremde, schlug die Kapuze ihrer Jacke zurück und versuchte die Beiden Fremden anzulächeln.

“Selina…..Selina ….schnell – hier ist jemand für dich” schrie Sie dann gleich der Tänzerin auf dem Eis zu und öffnete hastig eine nahe Tür in der Bande.

“ich bin Rebecca – die Mutter und Trainerin von Selina. Ihr Ruf als Wundertrainerin eilt Ihnen voraus Frau Gehrent”

Doch die alte Dame reagierte gar nicht darauf, sondern wartete an der geöffneten Bandentür auf die junge Frau, die schließlich elegant dort ankam.

Schnell bekam Sie von Ihrer Mutter die transparenten Kunststoffschützer für die Schlittschuhe gereicht und stieg dann über die schmale Holzstufe nach draußen.

Für einen kurzen Moment grinste Frau Gehrent tatsächlich, schüttelte die Hand der jungen Eiskunstläuferin und stellte sich und ihre Assistentin vor.

“ich beobachte dich nun schon eine ganze Weile mein Kind…..

Katharina und ich denken, dass du eine große Zukunft vor dir haben wirst, solltest du dich dazu entscheiden, dein Training bei uns fortzusetzen.”

Die Assistentin kramte in ihrer umhängenden Tasche und reichte dann der völlig überrumpelten Selina einen dicken A4 großen Umschlag.

“Hier findest du sämtliche Informationen über den Ablauf, die Unterbringung etc….” sagte Katharina und reichte es der jungen Tänzerin.

“Wir erwarten dich übermorgen um Punkt 8 Uhr” sagte Frau Gehrent streng.

“solltest du zu diesem Zeitpunkt nicht anwesend sein, gehe ich davon aus, dass du gerne deine Zukunft weiter in dieser abscheulichen Halle hier bei deiner Mutter verbringen willst”

Freundlichkeit war noch nie die Stärke der alten Dame gewesen und selbst Katharina musste bei diesem Tonfall schlucken, denn Sie versuchte sich vorzustellen, was Das gerade für die Mutter von Selina bedeuten musste.

Eine Geschichte von: Tanja Z.
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2 Antworten zu “Auf dünnem Eis – Teil 1”

  1. Interessanter Beginn …
    mit den üblichen Fehlern.
    Aber egal, der Anfang macht neugierig!
    Und schön, dass du auch hier mal etwas schreibst.

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