Der seltsame Fund – Teil 11

Diese Geschichte ist frei erfunden und enthält möglicherweise sexuelle Inhalte!

DER SELTSAME FUND

3 Stunden später // 17 Uhr

Ich saß im Auto meiner Mutter auf dem Weg nach Hause und dachte über den Augenarzttermin nach. Es war eingetreten, was ich befürchtet hatte. Der Augenarzt hatte bei mir eine Sehschwäche festgestellt. Ich würde also eine Brille bekommen. Überhaupt, der ganze Termin war der einzige Horror gewesen. Der Augenarzt war unfreundlich und in der Praxis stank es nach Desinfektionsmittel. Gott sei Dank war unser Termin beim Optiker erst morgen. Ich wollte einfach nur noch nach Hause.

Um mich ein wenig zu beruhigen, knetete ich mit meinen Fingern ein wenig die vollgesogene Windel, die sich zwischen meinen Beinen befand. Meine Blase hatte sich wohl seit dem letzten Wickeln mehrmals entleert, natürlich -wie so oft in letzter Zeit- ohne ein Signal an mein Gehirn zu schicken. Vielleicht war es wirklich besser, wenn bei uns zu Hause die Toilette aus meinem Bad entfernt wird, ich brauchte sie wohl erstmal nicht mehr.

Trotzdem fand ich das mit der Toilette absolut übertrieben. Nur weil die Kinder sie gerade nicht brauchen, musste man sie doch nicht gleich das Klo ausbauen, also mal ehrlich! Total bekloppt! Aber auf den Wandwickeltisch war ich schon gespannt, weshalb ich gleich mit meiner Mutter nach oben in mein Badezimmer ging.

Aber das was ich sah übertraf meine Erwartungen bei weitem. An der einen Wand stand jetzt auf einmal ein Regal. Und dieses Regal war gefüllt mit Schnullern, noch geschlossenen, einigen sauber zusammengefalteten Bodys und zwei Paketen, wo in grün ein Name draufstand, den ich nicht aussprechen konnte.

Doch am meisten erstaunte mich: Von der Toilette war nichts mehr zu sehen! Dort, wo früher das Klo stand, war jetzt einfach nur noch nackte, geflieste Wand. Und was noch im Badezimmer war oder besser gesagt an der Badezimmerwand hing, was früher nicht da war: Ein rechteckiges Holzstück mit zwei Griffen an der Seite. Ob das wohl der Wandwickeltisch war?

Meine Mutter ging zu diesem Objekt und zog die Klappe an den Griffen hinunter. Und was ich dann zu Gesicht bekam, erstaunte mich erneut: Hinter der Klappe war ein Regal in die Wand eingelassen, dass über und über mit Schnullern und Windeln befüllt war, auch eine Packung Feuchttücher samt Creme und Babypuder konnte ich entdecken. Doch diese Windeln waren nicht langweilig weiß, sondern mit Babymotiven bedruckt.

Und die Klappe aus Holz, die meine Mutter heruntergezogen war, das war wohl der herunterklappbare Wickeltisch. Aber so einen großen Wickeltisch hatte ich noch nie gesehen. „Das ist eine Sonderanfertigung“, erklärte mir meine Mutter. „Eigentlich gibt es für deine Größe keine Wandwickeltische mehr, ich habe den beim Schreiner bestellt. Komm, steig auf ihn drauf!

Ich kletterte also auf den Wickeltisch und legte mich hin. Meine Mutter zog mir meine Hose aus, öffnete meinen Body und dann kam der ganz normale Ablauf. Doch die Windel, die sie mir anzog, war mit Babymotiven bedruckt und fühlte sich auch ganz anders an. Irgendwie war von außen so eine Folie um die Windel drumherum. Ich schaute meine Mutter fragend an, und sie erklärte mir: „Das ist eine Windel von crinklz. Du hast sicher schon gemerkt, dass die außen so eine Plastikschicht haben, deshalb raschelt die beim Laufen ein wenig. Aber da du ja sowieso zu Hause bist, merkt das ja keiner. Ich dachte mir, die gefallen dir vielleicht besser, wegen den niedlichen Babymotiven. Ich finde die auch total hübsch.“

Ich wollte darauf etwas antworten, aber das ging nicht, denn nachdem sie das gesagt hatte, steckte sie mir einfach einen Schnuller in den Mund! Mir gefiel diese Art und Weise gar nicht, weshalb ich wild mit den Beinen zu strampeln begann, aber dann entschied ich mich, ein wenig mehr zu kooperieren und nuckelte stillschweigend am Schnuller, während sie mir die mit süßen Motiven bedruckte Windel anzog.

Nachdem meine Mutter fertig war, ging ich, immer noch mit dem Schnuller im Mund, in mein Zimmer und legte mich in mein Bett. Und während ich da so lag und schnullte, sah ich mich ein wenig in meinem neu eingerichteten Zimmer um.

Als erstes fiel mir auf, dass alle Bücher aus den Regalen verschwunden waren. Oder jedenfalls die Bücher, die mir bekannt waren. Stattdessen standen dort jetzt Bilderbücher, aber auch einige Bücher zum Lesenlernen. Ganz außen konnte ich den Titel eines Bilderbuches erkennen: Frosty, der Schneemann. Na super, dachte ich mir. Klingt ja nicht gerade sehr spannend.

Erst jetzt bemerkte ich, dass ich die ganze Zeit über ein Stofftier an mich gedrückt hatte. Meine Mutter hatte mir also wieder Stofftiere in mein Bett gelegt. Ich drückte es noch fester an mich, während ich ein wenig in meine Windel pieselte.

Da meine Mutter offenbar vergessen hatte, meinen Kleiderschrank zu schließen, konnte ich auch dort einen Blick hinein erhaschen. All meine Unterhosen und Unterhemden waren verschwunden. Stattdessen lagen dort Bodys, bunte Bodys mit Babymotiven bedruckt, aber auch ganz normale, einfarbige Bodys. Und noch etwas hatte sich verändert: Die Legoteile waren vom Boden verschwunden. Stattdessen lagen dort jetzt bunte Bauklötze.

Ein wenig später klopfte es an der Tür. Ich dachte zuerst, es wäre meine Mutter, aber es war dann doch nur Sara. Während ich mir meinen Schnuller aus dem Mund nahm und auf den Nachttisch legte, sah sie sich in meinem Zimmer um.

„Mein Zimmer hat Mama auch zum Babyzimmer umgebaut.“, sagte sie nach einer Weile. „Eigentlich ist das doch gar nicht so schlimm. Nur mein Lego vermisse ich ein wenig.“, erwiderte ich. Dann sah ich aus dem Fenster und entdeckte Kevin, wie er sich gerade mit einigen seiner Kumpels auf der Straße von hinten an eine ältere Frau heranschlich. Bestimmt wollte er sie erschrecken. Was waren denn das nur für Idioten! Man erschreckt doch keine alten Damen, so was tut man nicht! Doch da fiel mir wieder unser Gespräch von heute Vormittag ein. Ich sagte zu meiner großen Schwester:

„Was würdest du davon halten, wenn du deine Kamera nimmst und wir ein wenig Kevin hinterherschleichen? Ich habe ihn gerade da draußen die Straße entlanglaufen sehen.“

„Doch nicht jetzt!“, erwiderte sie. „Wir können doch unmöglich nur mit Windel und Body bekleidet aus dem Haus gehen!“

„Aber wir wollen ihm doch hinterherspionieren, um irgendetwas zu finden, mit dem wir ihn zurückerpressen können, wegen der Fotos, du weißt schon. Wenn wir ihn jetzt verfolgen, finden wir vielleicht seine Adresse heraus.“

„Das ist gar nicht nötig“, erwiderte meine Schwester. „Ich weiß seine Adresse bereits: Kevin wohnt in der Krämerstraße 17, und zwar in der Wohnung im Erdgeschoss links. Jedenfalls musste ich dorthin gestern seine Sachen schleppen.“ Sie seufzte. „Aber wir können unmöglich aus dem Haus. Wir waren doch nicht in der Schule und unsere Mutter hat den Lehrern erzählt, wir wären krank. Wenn die herausfinden, dass wir in Wirklichkeit nur wegen Kevin zu Hause geblieben sind, dann bekommen wir Probleme mit den Lehrern. Und nachts können wir ja nicht durch die Stadt wandern.“

Aber ich fand ihre Idee gar nicht mal so abwegig: „Warum nicht?

Wir können uns doch aus dem Haus schleichen.“

„Aber in der Nacht ist es doch viel zu kalt! Wir haben doch erst Mitte

April, da kann es nachts noch Frost geben!“

„Unsinn. Es hat schon seit Wochen keinen Frost mehr gegeben. Und heute scheint die Sonne, da wird es in der Nacht sicher nicht so kalt sein.“

„Aber das geht doch nicht“, protestierte meine Schwester. „Unsere

Mutter wird das niemals erlauben!“

„Die muss ja nichts davon erfahren!“, wandte ich ein. „Wir schleichen uns einfach die Treppe hinunter und rennen zu Kevins Haus. Und dort schaltest du deine Kamera ein und zoomst bis zum

Fenster von Kevins Wohnung heran.“

Als meine Schwester immer noch zögerte, fügte ich hinzu: „Hast du eine bessere Idee?“

Dass ich meine Schwester so dazu drängte, mitten in der Nacht bei Kevin zu spionieren hatte neben der Absicht ihr zu helfen noch einen

anderen Grund, wie ihr euch vielleicht denken könnt. Ich war mir nämlich mittlerweile ziemlich sicher, dass bei Kevin zu Hause irgendetwas gehörig falsch lief. Das sah man ja an den Ergebnissen der „Erziehung“, die dieser Junge zu Hause genossen hatte. Wenn ich dahinterkäme, dass Kevin zu Hause vielleicht geschlagen wird, dann könnte ich das Jugendamt benachrichtigen, Kevin käme ins Heim und wir wären ihn los. Und: Ich würde in der Klasse als Held dastehen, weil ich meinen Klassenkameraden Kevin vom Hals geschafft hatte, alle würden mich lieben und die Sache mit den Windeln wäre auf einen Schlag vergessen, es würde wieder alles wie früher werden, nur noch besser.

(Im Nachhinein war mir natürlich auch klar, dass das alles nur

Wunschdenken war, aber in dem Moment glaubte ich fest daran.)

Daher war ich sehr erfreut, als meine Schwester schließlich sagte:

„Okay, wenn du meinst. Ich mache mit. Treffpunkt um Mitternacht vor der Haustür.“

„Gut. Und vergiss deine Kamera bitte nicht, Sara. Lade sie am besten noch mal auf.“

In diese Moment rief meine Mutter aus dem Wohnzimmer: „Sara! Es ist Zeit für eine frische Windel!“

Nachdem meine Mutter das Zimmer verlassen hatte, stellte ich meinen Wecker auf 0.00 Uhr. Danach überprüfte ich noch mal alles, ich wollte auf keinem Fall heute Nacht verschlafen, weil mein Wecker defekt war.

Kurz danach kam meine Mutter auch in mein Zimmer und bedeutete mir, mich zum Badezimmer zu begeben. Nachdem meine Mutter mich fertig gewickelt hatte, freute ich mich schon darauf, den Rest des Nachmittags entspannt im Bett mit meinem Schnuller im Mund verbringen zu dürfen, als meine Mutter etwas sagte, was diesem Plan einen dicken fetten Strich durch die Rechnung machte:

„Niklas hat vorhin angerufen. Und ich finde, du solltest ihn langsam mal zurückrufen. Das ist sonst unhöflich! Niklas ist doch schließlich dein Freund.“

Da konnte ich ihr leider nur zustimmen.

Wenig später saß ich frisch gewickelt im Wohnzimmer und tippte Niklas‘ Nummer ein. Nach einer Weile hörte Niklas‘ Mutter auf der anderen Seite der Leitung ans Telefon. „Hallo, ich bin Jonas. Könnte ich bitte Niklas sprechen?“, sagte ich in den Hörer.

Niklas‘ Mutter holte Niklas ans Telefon und er begrüßte mich. Dann schwiegen wir beide erst mal eine Zeit lang. Wir hatten uns zwar nur 2 Tage lang nicht gesehen, und doch war seitdem viel passiert.

Die Bilder und die What’s App-Nachrichten … Niklas musste sie auch bekommen haben. Was wird er nur dazu sagen?

Nach einer Weile brach Niklas das Schweigen. „Ich sage dir erstmal die Hausaufgaben und was wir in der Schule gemacht haben. Du warst jetzt ja ein paar Tage lang nicht da.“

„Ich dachte, du hast auch gefehlt.“

„Ja, aber ich habe die Hausaufgaben bereits von Leon nachgetragen. Du weißt schon, dem Mathe-Ass.“

Leon war ein Klassenkamerad von mir. Er war eigentlich ganz nett, nur leider eines der Lieblingsopfer von Kevin, weil er in Mathe sehr gut war. Und das passte dem Kevin-Tyrannen, der in Mathe nicht ganz so tolle Zensuren erzielte, überhaupt nicht. Ich habe das noch nie verstanden. Für mich war Leon wegen seiner guten Noten ein Vorbild. Aber manche Leutesind eben nun mal zu neidzerfressen, um jemanden als besser anzuerkennen.

Ich schnappte mir einen Stift und ein Blatt Papier und schrieb fleißig mit, während mir Niklas die Hausaufgaben der letzten Tage mitteilte. Zu meiner großen Unbefriedigung waren das jede Menge Hausaufgaben. Entspannt im Bett liegen und dabei am Schnuller nuckeln – das konnte ich für heute Nachmittag vergessen.

Nachdem ich mir alles aufgeschrieben hatte, kam Niklas auf das schwierigste Thema zu sprechen.

„Du hast sicher schon das mit den Windeln mitbekommen.“

Mir stockte der Atem.

„Ich untertreibe nicht, wenn ich sage, dass die ganze Schule nur noch darüber redet. Leon hat gesagt, dass sogar die Typen in der Oberstufe die Bilder schon auf ihren Handys haben und darüber reden. Und auch im Internet findet man die Bilder schon. Du musst nur auf Google „jonas b windelbaby“ eingeben und schon wirst du mit Ergebnissen überhäuft. Was ich dir nur sagen wollte …“

Mir brach der Schweiß aus. Jetzt würde er gleich sagen, was er davon hält, dass ich …

„Mir und Jens ist es egal, ob du Windeln trägst oder nicht. Das spielt doch überhaupt keine Rolle. Übrigens sehen das die meisten Klassenkameraden genau so, die sind nur Mitläufer und machen dort mit, weil sie bei Kevin groß rauskommen wollen.“, fuhr Niklas fort. Erleichtert atmete ich auf. Niklas und Jens wollten weiterhin meine Freunde sein! Meine Welt war also doch nicht ganz in sich zusammengestürzt.

„Ich und Sara haben schon einen Plan, wie wir Kevin loswerden können“, erzählte ich Niklas.

„Was hältst du davon, wenn ich und Jens dich morgen mal besuchen kommen, Jonas? Dann kannst du mir davon erzählen und ich kann mir mal deine Windeln anschauen!“

„Das wäre super! Ich hätte morgen so um 10 Uhr Zeit!“

„Dann kommen wir um 10 Uhr bei dir vorbei. Bis dann, tschüss!“

„Bis dann!“, sagte ich und legte auf. Ein Glück, dass alles so gut gelaufen war, dachte ich erleichtert und machte mich an den Berg an Hausaufgaben.

Mich würde es tatsächlich sehr interessieren, wie dir meine Story gefällt. Wenn du also gerade kurz Zeit hast, dann schreibe doch einen kleinen Kommentar. Ich bin dir sehr dankbar!

Eine Geschichte von: Jimket
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3 Antworten zu “Der seltsame Fund – Teil 11”

  1. Schön, dass Niklas zu seinem Freund Jonas steht. Und da baut sich doch langsam eine Front gegen Kevin auf. Vielleicht steht der bald nicht mehr einem Einzelnen gegenüber, den er mal eben verprügeln kann.

  2. Ich bin ein großer Fan von deiner Geschichte. Bin mal gespannt, wie Niklas und Jens, auf das Zimmer von einem Kleinkind reagieren werden. Muss Thomas jetzt auch in einem Gitterbedchen schlafen? Außerdem bin ich gespannt, ob der Plan funktioniert und sie endlich etwas gegen Kevin in der Hand haben?
    Vielleicht erwischt sie Ihre Mutter und zur Strafe müssen die beiden in einem Gitterbedchen schlafen?

    Ist nur ein Vorschlag von mir. Schließlich ist es deine Geschichte und du darfst entscheiden, wie es weiter geht!

    Freue mich schon auf die Fortsetzung von dieser Windelgeschichte. Bitte lass uns nicht zulange warten.

    @ Diaperlover

    Irgendwann kommt ein Autor an einen Punkt, wo er nichts anderes mehr schreiben kann, als über Baby und Kleinkinder.

    Kannst du auch mal einen anderen Kommentar von dir abgeben, als bloß kein 08/15 Thema? Hast du schon eine Geschichte hier veröffentlicht?

  3. Ich weiß nicht, wie du das schaffst, aber jedes Mal, wenn das Ganze mir fast zu blöd wird, kriegst du mich mit dem nächsten Teil doch wieder 🙂
    Trotzdem, sag mir bitte, dass das mit dem Babyzimmer wirklich nur eine Strafe auf Zeit ist. Wenn das jetzt dauerhaft ist, dann habe ich wirklich keinen Bock mehr.
    Ich bin jedenfalls mal auf Teil 12 gespannt.

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