Doch dann kam alles anders – Teil 1

Diese Geschichte ist frei erfunden und enthält möglicherweise sexuelle Inhalte!

Information: Diese Geschichte ist frei erfunden.

„Hey, was geht?“, begrüßt mich Rob, während ich mit ihm ins Wohnzimmer gehe. Dort steigt bereits die Party. Alle anderen Jungs aus meiner Gang tanzen Cocktails schlürfend im Raum umher und der Beamer an der Decke wirft einen Strand an der Südsee und Palmen an die Wand. Schon bald lasse auch ich den ersten Korken sausen und tanze mit einem Glas Wein in der Hand im Takt der Musik durch den Raum. „Meine Eltern sind noch bis spät in die Nacht auf irgend so einem Meeting. Wir können die ganze Nacht durchmachen!“, grölt Rob in den Raum und alle jubeln.

Ich weiß, es ist nicht normal, wenn ein 16-jähriger Junge in einem riesigen Haus mit einem Wohnzimmer lebt, dass so groß wie eine ganze Turnhalle ist. Und der Junge namens Rob, der in diesem Haus lebt, ist auch definitiv nicht normal. Er ist der Super-Angesagteste unserer Klasse, alle Mädchen stehen auf ihn und seine Eltern sind kurz gesagt einfach stinkreich. Nicht selten werde ich beim Anblick von seinem Anwesen neidisch. Früher, als ich noch kleiner war, hatte ich immer meine Mutter gefragt: „Mami, warum hat der so ein großes Haus?“. Damals hatte ich Rob noch nicht gekannt. Doch die Zeiten haben sich geändert und ich schaffte es im Laufe der Jahre in seine Gang der super-angesagten Jungs. Und dadurch war ich zu einem komplett anderen Menschen geworden: Ich trank zum ersten Mal in großen Mengen Alkohol. In der Mittagspause saß ich ab sofort am Tisch der Super-Angesagten, jeder wollte mit mir abhängen. In der Klasse konnte ich tun und lassen was ich will. Ich traf mich regelmäßig mit den Jungs aus Robs Gang und seitdem wurde ich sogar auf Robs Partys eingeladen – ein Privileg, dass nur seinen engsten Kumpels vorbehalten war. Und auf genau so einer Party befand ich mich gerade. Meine Eltern würden mich garantiert umbringen, wenn sie das wüssten. „Hast du auch dran gedacht, die Überwachungskameras wieder mit Folie zu über-kleben?“, rief ich Rob zu. „Ey Jaro, bist du denn von gestern?“, erwiderte Rob gelangweilt und spuckte aus. „Ich habe mich natürlich in das Überwachungs-System reingehackt.“ „Cool, du hast deine eigenen Eltern gehackt!“, rief ich aus und halte ihm eine Hand zum Einschlagen hin.

Während ich gerade mein Handy zückte und ein paar Selfies für mein Facebook-Account machte, kam Dave auf mich zu und schlug mir auf die Schulter. „Hi Jaro. Wie geht’s?“, fragte er mich freundschaftlich. „Gut, alter. Und wie geht’s dir so? Wie läufts mit Silke?“, erwiderte ich. Doch Dave schüttelte nur den Kopf, was wohl bedeuteten musste, dass es mit Silke, dem Mädchen, mit dem er seit ungefähr einem halben Jahr zusammen ist, gerade nicht ganz so gut lief. „Und wie geht’s sonst so?“, fragte ich ihn nach einer Weile. „Naja, ganz gut eigentlich. Meine Eltern beschweren sich wegen meiner schlechten Noten und sagen die ganze Zeit, dass sie mir mein Handy und meinen Laptop und mein Tablet und meine X-Box wegnehmen, wenn ich nicht wieder besser werde und dass ich mir alles kaputtmache und dass ich in 5 Jahren das alles bereuen werde und so weiter. Der ganze übliche Kram eben.“ Ich nickte. Auch ich und Bora, Yonne, Greg und Freddy (die anderen Jungs aus meiner Gang) streiten sich scheinbar täglich mit ihren Eltern. Unsere Eltern wissen nämlich (zum Glück) überhaupt nicht, WAS wir denn so am Handy machen. Sie sehen nur eins: Wir verbringen viel Zeit vor sogenannten „Zeitfressern“, wie meine Eltern das zusammenfassend nennen. Wobei unter diesen sogenannten „Zeitfressern“ leider bei mir nur ein Handy dabei ist. Zu einer X-Box, einem Tablet oder gar einem eigenen Computer für mich reicht unser Geld bei weitem nicht. Ist ja auch klar, dass mein Vater als Mitarbeiter in einem Supermarkt und meine Mutter, die in einem Nachtclub tätig ist, nicht sonderlich viel verdienen. Noch nicht mal ein eigenes Zimmer hatte ich. Stattdessen musste ich es mir mit meinem kleinen Bruder Danny teilen. Es war einfach nicht genug Platz für uns alle in unserer 3-Zimmer-Wohnung. Umso neidischer blickte ich mich in Robs Wohnzimmer um. Wie schön es doch wäre, in so einem großen Haus leben zu dürfen!

Dave holte mich schließlich wieder aus meinem Tagtraum zurück, als er sagte: „Aber Jaro, stell dir mal vor, wer mir heute stattdessen über den Weg gelaufen ist: Judith! Diese Loserin hat doch tatsächlich versucht mit mir zu flirten!“ „Judith?“, erwiderte ich kichernd. „Hat die wieder einen ihrer dämlichen Anmachversuche gemacht?“ Judith war eine absolute Loserin – mit ihrer albernen Frisur und den bescheuerten Klamotten, die sie immer trägt, war sie so ziemlich das Gegenteil von dem, was man als „attraktiv“ bezeichnen würde. Mir und den anderen Jungs aus meiner Gang ist es natürlich eine Freude, sich über sie lustig zu machen. Früher, als ich noch nicht mit Rob befreundet war, hätte ich so etwas nie getan. Früher wäre ich auch nicht auf Robs Party gegangen. Doch die Dinge hatten sich geändert – zum Positiven – so fand zumindest ich es. Ich genoss mein Leben als einer von den Super-Angesagten. Als schließlich Yonne rief: „Wer von euch will noch e‘ Bier?“ rannte ich schnell zu ihm hin und ließ mir als erstes mein Glas auffüllen.

Die Party ging bis tief in die Nacht hinein. Kurz nach Mitternacht gingen dann schließlich die ersten meiner Kumpels, doch ich blieb noch bis ganz zum Schluss. Meine Mutter würde erst gegen 2 oder 3 Uhr nachts von ihrem Job im Nachtclub zurückkommen und mein Vater schief gewöhnlich nachts so fest wie ein Stein. Es bestand also nicht die geringste Gefahr, dass mich jemand erwischen würde.

Als ich mich dann schließlich eine halbe Stunde nach Mitternacht von Rob verabschiedete und durch die Haustür nach draußen ging, fröstelte ich ein wenig. Ziemlich kalt heut Nacht, dachte ich. Es konnte aber auch daran liegen, dass ich recht betrunken bin und erstmal meinen Rausch ausschlafen musste. Ich schlug also den kürzesten Weg nach Hause ein und lief leicht schwankend unter dem sternenklaren Himmel die Straße entlang.

Nachdem ich endlich zuhause angekommen war und nach drei vergeblichen Versuchen, bei denen meine Hand so sehr gezittert hatte, dass der Schlüssel abgerutscht war, endlich die Haustür aufgeschlossen hatte, hätte ich mich am liebsten direkt in mein Bett gelegt. Also drückte ich die Taste von Aufzug und wartete und wartete – doch der Aufzug kam einfach nicht. Ich brauchte einige Zeit, bis mir schließlich einfiel, dass dieser ja momentan „außer Betrieb“ war. Eigentlich hätte er schon seit Wochen repariert werden sollen, aber der Handwerker kam einfach nicht. Sind halt nicht sehr zuverlässig, diese Handwerker. Also muss ich wohl die Treppe benutzen, dachte ich schweren Herzens und quälte mich die Stufen zu unserer Wohnung im 3.OG hinauf. Nachdem ich die Wohnungstür aufgeschlossen hatte, legte ich mich direkt in mein Bett. Ich schlief im unteren Bett von einem zweistöckigen Stockbett und vom Schnarchen, das aus dem Bett über mir drang, konnte ich eindeutig hören, dass mein kleiner Bruder wohl bereits schlief. Ich war einfach nur müde. So müde, dass ich dem leichten Druck auf meiner Blase keine weitere Beachtung schenkte. Auch das Zähneputzen ließ ich heute Abend einfach mal ausfallen. Wenige Augenblicke später war ich eingeschlafen.

In dieser Nacht hatte ich einen äußerst wilden Traum. Ich träumte davon, dass ich zusammen mit Rob eine geheimnisvolle Insel in der Südsee erkundete. In Robs Hand war ein länglicher Gegenstand. Was war das für ein Gegenstand? Genau, es war ein langes Jagdmesser. Wir schlichen uns in den Dschungel hinein. Bis wir auf einmal ein seltsames Knacken hörten. Was war das für ein Geräusch? Rob zückte sein Messer. Da sprangen auf einmal zwei vermummte Gestalten aus dem Gebüsch. Einer der beiden zog eine Muskete hervor und schoss mir damit mitten in den Bauch. In meinem Bauch breitete sich ein stechender Schmerz aus, bis ich schließlich aus dem Alptraum hochschreckte.

Ich fand mich schweißgebadet in meinem Bett wieder. Ein Glück, alles nur geträumt, dachte ich erleichtert. Doch der stechende Schmerz in meinem Bauch war geblieben. Erst jetzt wurde mir bewusst, dass meine Blase den Schmerz auslöste: Ich musste dringend aufs Klo.

Ich rannte zur Toilette, so schnell ich konnte. Fuck, dachte ich. Wie konnte ich gestern Abend nur vergessen aufs Klo zu gehen! Wenn jetzt im Bad besetzt ist, dann bin ich geliefert, dachte ich erschrocken. Dann mache ich mir jetzt in die Hose.

Doch zum Glück war niemand im Bad. Ich stürzte zum Klo, riss mir die Hose hinunter und begann zu pinkeln. So viel auf einmal hatte ich noch nie gepinkelt. Danach putzte ich mir die Zähne so lange und ausgiebig wie sonst nur selten, um wiedergutzumachen, dass ich gestern nicht daran gedacht hatte. Ich wollte ja nicht als Karies-Wirt enden.

Zurück in meinem Zimmer verriet mir ein Blick auf meinen Wecker, dass es erst kurz noch 5 Uhr morgens war. Ich hatte also noch jede Menge Zeit, bis ich zur Schule musste. Mein kleiner Bruder Danny schlief noch. Doch ich hatte keine Lust, mich wieder hinzulegen. Stattdessen schaltete ich mein Smartphone an und vertrieb mir meine Zeit mit Videospielen.

Um kurz nach sieben summte mein Handy – eine What’s App Nachricht von Freddy war angekommen. „Hi. Was geht?“

Ich: „Gut. Hast du heute Nacht auch so schlecht geschlafen?“

Freddy: „Yep. Hatte wirre Träume und Kopfschmerzen.“

Ich: „Ich hatte einen Alptraum.“

Freddy: „Wollen wir nachher im Bus nebeneinander sitzen?“

Ich: „Warum nicht? Nimmst du den 512er Linienbus?“

Freddy: „Genau den habe ich auch vor zu nehmen. Bis nachher!“

Ich: „Ciao.“

Kurz darauf stand auch Danny, mein 9-jähriger Bruder, auf. „Hi“, murmelte er verschlafen und begab sich zum Badezimmer. „Hallo Danny“, murmelte ich, während ich mein Handy ausschaltete. Auch für mich war es jetzt an der Zeit, sich fertig für die Schule zu machen. Doch da bemerkte ich erneut einen Druck auf meiner Blase. Ich musste schon wieder aufs Klo. Ich hatte halt gestern auf der Party recht viel getrunken. Also begab ich mich seufzend zur Toilette. Doch da unser Badezimmer gerade von meinem kleinen Bruder belegt war, musste ich die Toilette im Hausflur benutzen. Wie praktisch es doch wäre, wenn man nicht mehr aufs Klo gehen müsste, dachte ich sehnsüchtig. Dann müsste man nicht immer hin und her laufen. Doch das ging wohl leider nicht. Der Mensch war für immer an die Toilette gebunden, es gab keine Alternativen. Oder vielleicht doch? Nein, sicher nicht, dachte ich. Dennoch entschied ich mich dazu, den Gedanken vorerst mal im Hinterkopf zu behalten.

Wenig später ging ich fertig angezogen und mit geschultertem Ranzen aus meinem Zimmer. Dabei stieß ich beinahe mit Danny zusammen, der gerade aus dem Badezimmer zurückkam. „Viel Glück in der Schule!“, rief ich ihm zu, während er langsam in sein Zimmer zurückging. Wenn Danny sich nicht bald beeilen würde, dann käme er garantiert in wieder in der Schule zurück, so wie fast jeden Tag. Aber bei ihm in der Grundschule wurde das mit den Zuspätkommen offenbar bei weitem nicht so streng dokumentiert wie bei mir. Ich meine, Danny besuchte ja gerade mal die vierte Klasse, während ich Zehntklässler an einer Realschule war.

Doch da ich es im Gegensatz zu meinem kleinem Bruder nicht darauf anlegte, zu spät zu kommen, rannte ich am defekten Aufzug vorbei die Treppe hinunter und direkt zur Bushaltestelle. Gerade hatte ich mich durch die Bustür geschoben, als sich diese mit einem lauten Zischen schloss und der Bus sich rumpelnd in Bewegung setzte. Puh, gerade noch rechtzeitig, beinahe hätte ich den Bus verpasst, dachte ich erleichtert, während ich nach einem freien Platz suchte.

Fortsetzung folgt.

Eine Geschichte von: Jimket
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