Der seltsame Fund – Teil 3

4.2
(6)

Diese Geschichte ist frei erfunden und enthält möglicherweise sexuelle Inhalte!

Ich machte mir gerade glücklich und zufrieden in meine Windel, als es plötzlich an der Tür klingelte. Ich, nur mit einer Windel bekleidet, erschrak fürchterlich. Dann stockte mir der Atem, als plötzlich Kevin, unser Schultyrann, neben mir stand. Wie kam der denn ins Haus?! Kevin zeigte lachend auf meine Windel und das Lachen vermischte sich mit der immer noch läutenden Türklingel zu einem höllischen Geräusch. Ich zitterte am ganzen Leib und mir lief es kalt den Rücken hinunter. Gerade wollte Kevin mir in den Bauch boxen, als ich schweißgebadet hochschreckte.

Ich fand mich nassgeschwitzt in meinem Bett wieder. Ein Glück, alles nur geträumt. Ich knipste das Licht an und schaltete den klingelnden Wecker aus. Dann stand ich wiederwillig auf und ging zum Badezimmer, doch irgendetwas zwischen meinen Beinen behinderte meinen Lauf. Jetzt erst viel mir wieder ein, dass ich mir ja gestern vorm Schlafengehen eine Windel angezogen hatte und diese immer noch anhatte. Hatte ich mir in der Nacht unbemerkt eingenässt? Nein, die Windel war trocken. Wäre auch nur zu schön gewesen. Aber das war eben nun mal keine Windelgeschichte, wo Leute gleich immer in der ersten Nacht unbemerkt ins Bett machten; in echt klappte das leider nicht. Schade.

Doch ich hatte keine Lust mich jetzt im Badezimmer auf die kalte Klobrille zu setzen und dort mein kleines Geschäft zu verrichten. Also ließ ich es einfach in meine Windel laufen und zog diese danach aus. Die nasse Windel versteckte ich hinter meinem Kleiderschrank. In der Schule wollte ich keine Windel anziehen, auch wenn mir diese sicherlich fehlen würde. Aber das wäre einfach zu riskant. Kevin ärgerte auch oft mal andere, indem er ihnen die Hose herunterzog und dann würden alle meine Windel sehen. Außerdem war heute Sportunterricht, wie ich zu meinem Bedauern feststellen musste. Keine gute Bedingungen für eine Windel. Und ich hasste Sport. Mirko, ein Klassenkamerad von mir, hatte es gut. Der musste nie am Sportunterricht teilnehmen, weil seine Mutter einen ärztlichen Attest besorgt hatte. Total unfair! Aber daran konnte ich auch nichts ändern. Also zog ich mir nur eine Unterhose und eine Hose an, schnappte mir meinen Schulranzen und machte mich auf den Weg zur Schule.

Ich war ziemlich spät dran, also rannte ich so schnell ich konnte. Das Wasser spritze mir jedes Mal ins Gesicht, wenn ich in eine weitere Pfütze trat. Zum Glück regnete es nicht mehr, weshalb ich immerhin nicht allzu nass wurde.

Da spürte ich unter meinen Schuhsohlen einen harten Gegenstand aus Plastik. Wütend dachte ich: Welcher Volltrottel wirft seinen Müll einfach auf die Straße?, und hob den Gegenstand auf. Nun ja, ich war nicht sehr sportlich. Deshalb war ich nach einigen weiteren Minuten Rennen komplett  außer Puste und setze mich auf eine Bank. Ich untersuchte den Gegenstand, den ich gefunden hatte, genauer. Er hatte so einen Ring und vorne war so etwas rundes angebracht. Sollte ich ihn vielleicht bei den Fundsachen abgeben?

Plötzlich wurde mir klar, dass ich gerade einen Schnuller in der Hand hielt. Aufgeregt dachte ich: Vielleicht ist es ja genau so schön an einem Schnuller zu nuckeln, wie in eine Windel zu machen? Doch zum Ausprobieren blieb mir keine Zeit. Ich packte den gefundenen Schnuller also in meinen Schulranzen und rannte den restlichen Weg zur Schule, ohne noch eine weitere Pause einzulegen.

Als ich schließlich im Klassenzimmer eintraf, bemerkte ich sofort, dass etwas nicht stimmte. Mirko weinte. Mal wieder. Der Typ war ein absoluter Schwächling. Vor ihm lag die Hülle seines teuren Zirkels, doch diese war leer. Um Mirko herum hatte sich eine Menge Schaulustiger angesammelt, die laut lachte. Besonders laut lachte natürlich Kevin, der Mirko irgend ein Schimpfwort zurief, welches ich nicht verstand. Mir war das echt so was von egal, was der wieder hatte, der heulte fast jeden Morgen und war noch nie auf einer Klassenfahrt dabei.

Dann kam der Lehrer ins Klassenzimmer und beschäftigte sich natürlich gleich damit, Mirko zu trösten. Die Lehrer nahmen den immer viel zu wichtig .Offenbar war sein Zirkel geklaut worden. Einen kurzen Moment verspürte ich Mitleid, aber wenn einem der Zirkel geklaut wird ist das doch kein Grund loszuheulen wie ein Baby!

Nachdem Mirko aufgehört hatte zu heulen, begann der Unterricht. Mathematik. Der Lehrer brabbelte irgendwas von Zahlen … Bruchrechnung … bla bla bla. Das ging bei mir alles zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus.

3 Minuten vor der Pause sagte der Lehrer dann zu uns: “Da Mirkos Zirkel immer noch nicht wieder aufgetaucht ist, kippt jetzt jeder auf der Stelle seinen Ranzen aus, damit ich sehen kann, ob derjenige Mirkos Zirkel gestohlen hat. Der Täter muss nachher zum Nachsitzen kommen.” Klar kein Problem, dachte ich mir. Ich hatte den Zirkel ja nicht geklaut.

Kaum hatte der Lehrer seinen Satz zu Ende gesprochen, rannte Kevin zur Tür und rief schnell, dass er kurz zur Toilette müsse. Natürlich checkte jeder, was der gerade machte. Bestimmt war Kevin der Zirkeldieb und wollte sich jetzt vor der Strafe drücken. Der Typ war so ein Idiot! Doch der Lehrer kapierte mal wieder nix und gewährte Kevin den Gang zur Toilette.

Die ersten Schüler begannen ihren Ranzen auszukippen und der Lehrer durchsuchte alles nach einem gestohlenen Zirkel. Gerade eben hatte mein Sitznachbar seinen Ranzen ausgekippt und jetzt war ich wohl an der Reihe. Also räumte ich alle Bücher aus meiner Tasche und gab sie dem Lehrer. Gerade wollte ich mich entspannt auf meinem Stuhl zurücklegen, als der Lehrer meinen Namen rief. “Schau mal, was ich in der Schultasche gefunden habe!”, sagte er erstaunt und hielt den Schnuller hoch, den ich vorhin gefunden hatte. Oh no! Wie konnte ich den nur vergessen? Und als ob das nicht schon genug wäre, kam in diesem Moment auch noch Kevin zurück ins Klassenzimmer! Schnell platze es mir heraus: “Den hab ich auf der Straße liegen gesehen und aufgehoben. Ich wollte ihn in einen Mülleimer schmeißen, hatte es dann aber vergessen.” Meine Klassenkameraden lachten, aber nur kurz, denn kurz danach begann mein Lehrer mich zu loben: “Sehr gut gemacht. Du hast der Umwelt viel geholfen, indem du Plastikmüll aufgehoben hast. Ich schmeiß den Schnuller nachher in den Mülleimer.” Der Lehrer nahm mir den Schnuller ab. Schade, dass ich ihn nicht ausprobieren konnte, dachte ich enttäuscht.

Am Ende fand der Lehrer den Zirkel von Mirko in Kevins Schulranzen. Wer hätte das nicht gedacht. Der Lehrer hätte sich den ganzen Aufwand auch sparen können und gleich bei Kevin suchen können. Das war doch von vornerein so klar gewesen! Kevin musste sich laut bei Mirko entschuldigen, der danach natürlich wieder in Tränen ausbrach, doch ich sah, wie Kevin heimlich hinter seinem Rücken die Finger kreuzte. Als es dann schließlich zum Unterrichtsende läutete begab ich mich mit gemischten Gefühlen zum Sportunterricht.

Eine Geschichte von: Jimket
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