Internat oder Irrenhaus – Teil 2

4.3
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Diese Geschichte ist frei erfunden und enthält möglicherweise sexuelle Inhalte!

Maria ergriff nun meine Hand und sagte freundlich:

„Komm, ich werde dir dein Zimmer zeigen.“

Und die Direktorin Frau Dr. Funke nickte und sagte zu mir:

„Geh mit ihr und gehorche. Halte dich an die Regeln, dann kannst du hier viel erreichen.“

Lächelnd nickte sie mir zu und Maria und ich verließen das Büro. Wie ein kleines Kind hielt sie mich an der Hand. Im Vorraum stand noch meine Sporttasche und Maria forderte mich auf, sie mitzunehmen.

Durch ein Gewirr von Gängen und Treppen kamen wir schließlich an eine Tür. Auf der Tür befand sich in Augenhöhe eine Malerei, die ein Pferd darstellte.

Maria wies darauf und sagte:

„Das Schloss ist recht groß und unübersichtlich. Diese Tür führt in deine Wohngruppe und hier liegt auch dein Zimmer. Dieses Pferd gibt es nur einmal hier im Schloss. Andere Türen mit Malereien führen in andere Flure. Das sind ebenfalls Sackgassen und diese Flure führen nicht weiter in andere Flügel. Es wäre also sinnlos sie zu betreten, wenn du auf dem Weg in dein Zimmer bist oder dein Klassenzimmer suchst.“

Sie öffnete die Tür und ließ mich vorgehen. Auch hier war vieles mit Holz vertäfelt, der Boden sauber mit Dielen belegt.

Endlich betraten wir ein Zimmer und es stand nur ein Bett im Raum. Das sah zwar etwas seltsam aus, aber ich war erst einmal froh, ein Einzelzimmer zu haben.

„So Philipp, das ist dein Zimmer für die nächsten Tage. Bis zum Ferienende wirst du hier schlafen.“

Diese Worte hörte ich zwar, doch mich beschäftigte etwas anderes. Und als Maria nun davon sprach, dass ich mich erst einmal umziehen müsse, platzte ich heraus:

„Meine Sachen! Wo sind denn meine Sachen, also meine Kleidung? Ich sehe hier gar keine Koffer.

Ich erinnerte mich an das Dienstmädchen, dass uns ins Büro geführt hatte. Bestimmt hatte jemand die Koffer schon ausgepackt und alle Sachen in den Schrank geräumt. Erwartungsvoll öffnete ich die Schranktür.

Hinter mir hörte ich Maria sagen:

„Du brauchst hier keine Privatkleidung. Alle Schüler tragen eine Schuluniform. Auch alles andere hier ist Schuleigentum. Von der Bettdecke bis zur Haarschleife…“

Maria sprach noch weiter, doch ich hörte nicht mehr zu. Die Kleidung, die ich im Schrank erkannt hatte, konnte doch unmöglich für mich sein.

Maria trat an den Schrank heran, griff hinein und holte ein weißes Oberteil heraus. Demonstrativ hielt sie es an den Schultern und präsentierte es mir, dann legte sie es aufs Bett. Erneut griff sie in den Schrank und holte ein weiteres Kleidungsstück hervor. Und wieder präsentierte sie es mir, bevor sie auch dieses Kleidungsstück aufs Bett legte. Mit offenem Mund starrte ich darauf.

„Aber das sind ja Mädchenkleider!“

Anklagend wies ich auf die Rüschenbluse und auf den dunklen Trägerrock.

Maria hatte sich an den Türrahmen gelehnt und sah mich mit verschränken Armen an.

„Was hast du denn erwartet? Dies ist eine Mädchenschule! Hier gibt es ausschließlich Schülerinnen!“

„Und was mache ich dann hier?“ fragte ich, während mir ein Gedanke durch den Kopf schoss:

Hurra, hier bin ich der Hahn im Korb! Philipp allein unter hundert Mädchen!

Aber war ich bereit, dafür in Mädchenkleider zu schlüpfen? In einem Rock durch die Schule zu laufen? Nachdenklich ging ich zum Bett und strich über den Rock.

„Und was ziehe ich dazu an? Kniestrümpfe?“

Maria lachte.

„Nein, du bist doch kein Schotte! Und das ist ja auch kein Kilt! Dafür haben wir etwas anderes.“

Maria ging zur Kommode und öffnete eine Schublade. Wieder nahm sie ein Kleidungsstück heraus, entfaltete dieses und präsentierte mir auch dieses Kleidungsstück.

„Damit wirst du herzallerliebst aussehen.“

Eine Strumpfhose! Ich sollte Strumpfhosen tragen! Für alle sichtbar!

Weiße Strumpfhosen!

In meinem Bauch kribbelte es. Aufgeregt fühlte ich mein Herz klopfen. Einen knielangen Rock und dazu weiße Strumpfhosen… Maria lachte über mein Gesicht.

„Na, jetzt weiß ich, warum deine Mami dich zu uns geschickt hat!“

Sie legte auch die Strumpfhose aufs Bett und öffnete erneut eine Schublade.

„Na, dann wird dir das bestimmt auch sehr gefallen!“

Verwirrt starrte ich auf das Ding, das sie mir hinhielt. Das war kein Damenslip. Und auch kein BH.

Es war ein Body! Der Schritt sah sehr breit aus und ich konnte auch keine Knöpfe erkennen.

Maria drehte den Body und wies auf einen Reißverschluss auf dem Rücken.

„Das soll ich auch anziehen?! Wie soll ich denn damit aufs Klo gehen?!“

Auch darauf hatte Maria eine Antwort.

„Du brauchst nicht aufs Klo! Du wirst doch Windeln tragen!“

Mamas Tee mit Tropfen hatte seine Wirkung gänzlich verloren. Ich sollte den ganzen Tag Windeln tragen?! Und sie auch benutzen?! Auch für das große Geschäft?!

Wie sollte ich denn da die Mädels beeindrucken?!

Nein! Nichts wie weg! Blitzschnell drehte ich mich um, rannte zur Tür und wollte hinausstürmen. Mochte das Schloss auch noch so unübersichtlich sein. Ich würde schon einen Weg finden!

Eine Geschichte von: Joe Miller

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3 Antworten zu “Internat oder Irrenhaus – Teil 2”

  1. Hallo Joe Miller,
    danke für deine Geschichten 🙂 Leider hat es nun etwas länger gedauert sie zu veröffentlichen, aber ich hoffe Sie entspricht deinen Vorstellungen.

    Viele Grüße
    der Administrator

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